Land Tirol will Wolf im Kaiserwinkl „auf die Spur kommen“

In Zusammenarbeit mit örtlichen Jägern sowie den Behörden im angrenzenden Bayern sollen Informationen über den Aufenthaltsort des Wolfes gesammelt werden. Das sei die Voraussetzung für weitere Maßnahmen, meint LHStv. Josef Geisler.

Unter anderem mit Hilfe von Wildkameras will man im Kaiserwinkl Streifrouten und Aufenthaltsorte des Wolfs herausfinden.
© Tiroler Jägerverband

Innsbruck – Das Land Tirol will den Wolf, der seit einiger Zeit im Kaiserwinkl im Grenzgebiet zu Bayern unterwegs ist, finden, heißt es am Montag in einer Aussendung. „Wir wollen dem Wolf auf die Spur kommen. Zu wissen, wo sich das Tier aufhält, ist die Voraussetzung für jegliche weitere Maßnahmen“, erklärt LHStv. Josef Geisler. Das Tier hat in Kössen, Walchsee und Kirchdorf zwischen Anfang Juni und Ende Juli rund 30 Schafe sowie elf Ziegen gerissen.

Der Tiroler Jägerverband soll das Land beim intensiven Monitoring und der Sammlung von Datenmaterial unterstützen. Aufgrund von Rissen, Sichtungen und Aufnahmen von Wildkameras gebe es einige Hinweise, denen man nachgehen könne. Das Datenmaterial wiederum soll dazu dienen, Streifrouten und Aufenthaltsorte des Wolfs nachzuvollziehen. Das Land stehe auch im Austausch mit Behörden und Jägern im angrenzenden Bayern, heißt es.

In einem ersten Schritt wurden die Koordinaten von Rissen, Sichtungen und Aufnahmen in einer Übersichtskarte zusammengeführt. Nun sollen an ausgewählten Plätzen weitere Fotofallen Hinweise liefern. Deren Positionierung werde mit den örtlichen Jägern abgestimmt.

Land will mehr Handlungsspielraum

Rechtlich sind dem Land aufgrund von EU-Vorgaben und des Schutzstatus des Wolfs enge Grenzen gesetzt. Eine Entnahme wäre etwa nur dann zulässig, wenn Wölfe ohne ersichtlichen Grund aggressiv auf Menschen reagieren oder wiederholt sachgerecht geschützte Nutz- und Haustiere töten. „Die Möglichkeiten, die wir haben, werden wir voll ausreizen. Gleichzeitig fordern wird den Bund auf, das Thema in Brüssel aufs Tapet zu bringen. Wir brauchen dringend mehr Handlungsspielraum“, verlangt Geisler. (TT.com)

📽️ Video | Almabtrieb wegen Angst vor Wölfen:


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