3:0-Sieg: Pariser Powerfußball zeigte Leipzig in Lissabon Grenzen auf

Der erste Teil der deutsch-französischen Halbfinal-Duelle in der Champions League ging an die „Grande Nation“: Paris Saint-Germain schlug RB Leipzig souverän mit 3:0.

Wird in der Champions League schön langsam zum Torgaranten: Wie im Viertelfinale traf Marquinhos auch gegen RB Leipzig.
© SVEN SIMON/ Frank Hoermann/ Pool

Lissabon – Ligue-1-Meisterschaft hin, Coupe de France her. Eigentlich zählt für Paris-Saint-Germain-Boss Nasser Al-Khelaifi nur der Champions-League-Triumph. Doch diesem rennt die Investorengruppe Qatar Sport Investments (QSI) seit dem Einstieg 2011 vergeblich hinterher. Am Sonntag könnte sich das ändern, weil die Franzosen nach dem souveränen 3:0-Sieg gegen Leipzig ins Finale der Königsklasse einzogen.

Gleich zu Beginn mussten die Bullen zweimal kräftig durchschnaufen: Zuerst setzte Neymar den Ball nach sieben Minuten und idealem Mbappé-Zuspiel an den Pfosten, dann traf der französische Weltmeister zwei Minuten später ins verwaiste Tor. Weil Leipzig-Keeper Peter 
Gulacsi zuvor Neymar den Ball an die Hand geschossen hatte, verweigerte Schiedsrichter Kuipers dem Treffer die Anerkennung. Doch nach 13 Minuten war es passiert: Wie schon im Viertelfinale stieg der kopfballstarke 
Marquinhos nach einem Standard am höchsten und wuchtete einen Di-Maria-Freistoß zur Pariser Führung ins Netz. Zuvor hatte ÖFB-Teamspieler Konrad Laimer Superstar Neymar gelegt. Damit haben die Franzosen in allen ihren letzten 34 Pflichtspielen getroffen und stellten einen Rekord von Real Madrid ein.

Der Dritte der deutschen Bundesliga tat sich blutig hart, hatte in der ersten Viertelstunde eigentlich nur einen Abschluss von ÖFB-Teamspieler Marcel Sabitzer – und die Bullen wurden vom Starensemble aus der Stadt der Liebe auch in der Folge am Nasenring durch die Lissabonner Manege geführt. Nach einem Kampl-Ballverlust und starkem Herrera-Pass rettete Gulasci gegen Mbappé (17.).

Nach 25 Minuten hatten die Leipziger dann ihre erste Chance: Eingeleitet von Sabitzer und Laimer traf aber Solospitze Yussuf Poulsen den Ball aus guter Position nicht richtig. Der zweite Pfostentreffer Neymars nach einem frechen Freistoß aufs kurze Eck ließ aber nicht lange auf sich warten (35.). Gefühlt hatte nur Paris den Ball, der französische Serienmeister war nicht nur im ersten Durchgang die deutlich bessere Mannschaft – und wenn man dann auch noch schwere individuelle Fehler einstreut – wie RB-Keeper Gulacsi in der 
42. Minute – steht es nun einmal schnell 0:2. Beim Treffer von Angel di Maria war bei allen Leipziger Schwächen aber auch die Vorlage von Neymar eine Augenweide. Beinahe hätte der Brasilianer selbst noch das 3:0 nachgelegt, mit dem 0:2 war der 2009 gegründete Club gut bedient.

Die Leipziger Offensivbemühungen blieben zum Start der zweiten Halbzeit ein kurzes Aufflackern, weil nach einem Bernat-Kopfballtreffer zum 3:0 die Messe in der 56. Minute endgültig gelesen war. Das Match plätscherte dann dem Ende entgegen. Damit steht die Mannschaft von Thomas Tuchel erstmals seit 1995/96 (1:0 im Finale des Europacups der Pokalsieger gegen Rapid) in einem europäischen Endspiel. Und auch dort wird mit Neymar und Co. zu rechnen sein. (t.w.)


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