Sanierung: Finanzmarktaufsicht setzt Aufpasserin in die Autobank

Den Bankchefs der Autobank wurde mit sofortiger Wirkung vorläufige Verwalterin zur Seite gestellt. Die Wirtschaftsprüferin Dorotea Rebmann soll höchstens ein Jahr in diesem Amt bleiben.

Die kleine österreichische Autobank AG stand schon einige Zeit im Visier der Aufseher.
© APA/HELMUT FOHRINGER

Wien – Die kleine österreichische Autobank AG - in München und Wien börsennotiert - stand schon einige Zeit im Visier der Aufseher. Nun hat die Finanzmarktaufsicht (FMA) mit sofortiger Wirkung eine Aufpasserin in die Bank gesetzt. Sie soll den Bankchefs bei der Sanierung auf die Finger schauen.

Dem Vorstand der in Auto- und Leasingkreditfinanzierungen tätigen Bank wurde, wie die FMA am Mittwoch mitteilte, als so genannte Frühinterventionsmaßnahme laut Bankensanierungsgesetz BaSAG heute eine vorläufige Verwalterin beigestellt.

Die Wirtschaftsprüferin Dorotea Rebmann soll höchstens ein Jahr in diesem Amt bleiben. Jedenfalls aber solange Bedarf nach diesem erstmals angewandten Frühinterventionsmodus besteht, der - wie die FMA erklärte - drohenden Verstößen gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen möglichst früh entgegenwirken soll. Die Verwalterin muss u.a. laufend Einschätzungen über die Finanzlage der Bank abgeben.

Historie

Die Autobank war in den 1970er-Jahren von der einstigen Tarbuk Autogruppe als Autohandels-und Leasing Bank AG gegründet worden.

Die Namensänderung in AutoBank AG fand 1995 statt. 2008 wurde eine Zweigniederlassung in Oberhaching bei München eröffnet. Seit November 2010 notiert die Aktie der AutoBank an der Wiener Börse und seit 3. März 2014 an der Börse München.

2013 erweiterte die AutoBank ihr Leistungsspektrum durch den Erwerb der HLA Fleet Services GmbH. Seit 2014 gehört die adesion Factoring GmbH mit Sitz in Schorndorf, Baden-Württemberg, zur AutoBank-Gruppe.

Die Bank mit rund 330 Millionen Euro Bilanzsumme und rund 50 Beschäftigten ist eine Direktbank, sie hat keine Filialen. Sie ist vor allem bei Autofinanzierungen bzw. Leasing in Österreich und Deutschland tätig. Nach mehreren Eigentümerwechseln gehört sie heute maßgeblich deutschen Gesellschaften.

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Wegen der Autoabsatzkrise war die Bank bereits länger unter Druck für eine Neuaufstellung (in Richtung Leasing-Refinanzierungen). Die voriges Jahr eingeleitete Geschäftsumstellung zog 2019 nach damaligen eigenen Angaben 20 Kündigungen nach sich, ging dem Vernehmen nach aber nur schleppend vonstatten, als heuer noch die Coronakrise verschärfend dazukam.

Eine Bilanz für 2019 liegt bisher nicht vor. Wegen Corona gibt es dafür grundsätzlich Zeit bis zum Herbst. (APA)


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