Schröcksnadel: „Wichtig ist, dass überhaupt Rennen stattfinden“

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel zeigt sich über das Sölden-Modell ohne Zuschauer zufrieden. Die Wengen-Kombi wackelt ebenso wie die Rennen in Lake Louise und Beaver Creek.

Bilder wie dieses vom Lauberhornrennen (Max Franz/AUT) wird es im alpinen Skirennsport vorerst keine mehr geben.
© GEPA pictures/ Mario Kneisl

Von Florian Madl

Wien – Alles neu in der kommenden Skisaison. Das gilt nicht zuletzt für den Österreichischen Skiverband, der intern mit dem Abschied von Generalsekretär Klaus Leistner (mit 30. September) und Pressechef Jo Schmid andere Protagonisten begrüßen darf. Das gilt allerdings auch für den rigiden Umgang mit dem Coronavirus, was sich zuletzt in zuschauerfreien Rennen am Rettenbachferner (16./17. 10.) äußerte.

Dass der Weltcup-Auftakt für Damen und Herren unter besonderem Augenmerk steht, weiß auch Verbandspräsident Pete­r Schröcksnadel: „Gerade bei den ersten Rennen des Winters darf nichts passieren“, erklärte der seit Kurzem 79-Jährige. Die Vorverschiebung um eine Woche sei ein erster Schritt gewesen, weitere Szenarien seien ebenfalls durchgespielt worden. So hätten die Teams auch nach Hochsölden ausweichen können, um Isolation gewährleisten zu können. Und auch in Lech/Zürs, wohin der alpine Weltcup-Tross nach 26 Jahren Pause am 13./14. November mit Parallelrennen zurückkehrt, wäre Abgeschiedenheit gewährleistet.

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Die Wintersaison beginnt erst, Zuschauer könnten möglicherweise dennoch kommen. „Das will ich nicht ausschließen“, meinte Schröcksnadel dazu. Allerdings sei der Kartenverkauf in Zeiten wie diesen kein vorrangiges Anliegen und auch in Sachen Finanzierung kein Muss. „Wichtig ist in erster Linie, dass Rennen stattfinden“, meinte der ÖSV-Präsident mit Blick auf die TV-Übertragung.

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Doch der Internationale Ski-Weltverband (FIS) ist in der Erstellung seines Alpin-Kalenders nicht zu beneiden – bis Ende September soll die Saison 2020/21 vorliegen. Es gilt das Reiseaufkommen in Grenzen zu halten und die Sparten Technik/Speed nach Möglichkeit zu trennen.

Übersee-Rennen möglicherweise erst nach der WM in Cortina

Was nicht zuletzt in Schweizer Medien durchsickerte: Das Speed-Opening Ende November im kanadischen Lake Louise könnte ebenso wie der Dezember-Auftakt in Beaver Creek (USA) abgesagt werden. Nicht ausgeschlossen sei hingegen, dass man noch nach der Weltmeisterschaft in Cortina (ITA/Februar 2021) nach Übersee reise.

„Aufgrund der Corona-Entwicklung in Übersee ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir im November nach Nordamerika reisen können“, sagte FIS-Marketingchef Jürg Capol der Zeitung Blick. Stattdessen deute derzeit einiges auf eine erste Saison-Abfahrt Mitte Dezember in Val d’Isère hin.

Die Trennung von Speed- und Techniksparte könnte nicht zuletzt Wengen betreffen, wo Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann eine Absage der traditionellen Lauberhorn-Kombination in den Raum stellt: „Stattdessen könnte ich mir vorstellen, dass am Lauberhorn erstmals seit langer Zeit ein Super-G auf dem Programm stehen wird.“


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