Vier junge Männer und eine Frau sollen in Tirol kiloweise Drogen verkauft haben

Ein Schlag gegen einzelne Drogenverkäufer ist der Polizei in Tirol gelungen. Fünf Menschen sollen großteils alleine gehandelt und mehrere Kilo an Drogen in Umlauf gebracht haben. Auch Abnehmer wurden ausgeforscht.

(Symbolfoto)
© APA

Von Thomas Hörmann

St. Johann – Fünf mutmaßliche Dealer festgenommen, 85 Kunden ausgeforscht, Drogen und Waffen beschlagnahmt: So lautet das Ergebnis monatelanger Suchtgiftermittlungen, die Beamte der Polizeiinspektion St. Johann seit Jahresbeginn geführt haben. Bei den Verdächtigen handelt es sich um vier österreichische Staatsbürger zwischen 20 und 33 Jahren, die zuletzt in Kössen, Wörgl, Niederndorf, Kitzbühel und Kufstein wohnhaft waren. Vier Beschuldigte sind Männer, aber auch eine Frau (20) ist unter den mutmaßlichen Drogenhändlern.

Insgesamt konnten die Ermittler den Verdächtigen den Verkauf von 230 Gramm Kokain, 2,2 Kilo Amphetamin, 2,6 Kilo Cannabis, 14 Gramm MDMA und 58 Ecstasy-Pillen nachweisen. Die fünf Unterländer haben keine Organisation gebildet, aber doch immer wieder zusammengearbeitet. „Sie haben sich mit Suchtgift gegenseitig ausgeholfen“, erzählt ein Ermittler. Auch der Import von einem Kilo Cannabis aus der Schweiz war eine Gemeinschaftsproduktion. „Die 20-Jährige hat den Kontakt in die Schweiz hergestellt und mit zwei weiteren Verdächtigen nach Tirol gebracht“, erzählt der St. Johanner Beamte. Die Festnahmen der fünf Unterländer verliefen in Raten: „Den ersten Verdächtigen haben wir Ende März verhaftet, den letzten Ende Juni.“

Die fünf mutmaßlichen Dealer waren vorsichtig: Die verbotenen Geschäfte wurden nicht in Lokalen, sondern vorwiegend über persönliche Kontakte zu Hause bzw. manchmal auch im Freien abgewickelt.

Bei den Hausdurchsuchungen stellten die St. Johanner Beamten Kokain, Speed, Cannabis, MDMA und Ecstasy-Tabletten sowie 3520 Euro sicher. Außerdem entdeckten sie bei zwei angeblichen Drogenhändlern insgesamt sieben Schreckschusspistolen und eine Büchse mit 870 Schuss Munition. Inzwischen haben die Beamten auch 85 Kunden „aus allen Kreisen und jeden Alters“ ausgeforscht. Gegen vier der fünf Beschuldigten wurde die Untersuchungshaft verhängt, drei (darunter auch die 20-Jährige) befinden sich immer noch in der Innsbrucker Justizanstalt.

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