Mehrere Bergsteiger in Tirol von Unwetter überrascht: Schwierige Bergungsaktionen

Der rasante Wetterumschwung brachte am Samstagnachmittag einige Bergsteiger in Notlagen. In Gschnitz und hoch über Innsbruck musste die Bergrettung zu aufwendigen Rettungsaktionen aufbrechen.

(Symbolbild)
© Zangerl

Innsbruck, Gschnitz – Starkniederschläge samt Hagel und ein rasanter Temperatursturz haben am Samstagnachmittag in Tirol mehrere Alpinisten und auch deren Retter in Bedrängnis gebracht. Drei Wanderer wurden in Gschnitz von Geröll verletzt, am Kemacher im Innsbrucker Klettersteig musste die Bergrettung zu Fuß ausrücken, um vier Bergsteiger in Sicherheit zu bringen.

Nach Angaben der Polizei wanderten in Gschnitz zwei Männer (jeweils 37) und eine Frau (35) – allesamt deutsche Staatsbürger – von der österreichischen Tribulaunhütte zur italienischen Tribulaunhütte und wieder zurück. Auf dem Rückweg wurde das Gespann gegen 15.30 Uhr von starkem Regen und Hagel überrascht. Oberhalb der Wanderer löste sich steiniges Geröll, durch das das Trio verletzt wurde. Es schaffte aber noch selbstständig den Weg zur Hütte. Da der Fahrweg zur Tribulaunhütte jedoch vermurt war, gestaltete sich die Rettung äußerst schwierig.

Trotz widrigster Witterungsbedingungen konnte ein Helikopter aufsteigen und die drei Deutschen nach Gschnitz fliegen. Von dort wurden sie mit der Rettung in die Krankenhäuser nach Hall und Innsbruck gebracht. Im Einsatz standen neben 13 Bergrettern auch die örtliche Feuerwehr und die Wirtsleute der Tribulaunhütte.

Unterkühlt, aber unverletzt

Bei einer Rettungsaktion am Kemacher in 2480 Metern Höhe war eine Hubschrauberbergung ob der schlechten Wetterverhältnisse indes keine Option. Die Bergrettung musste daher zu Fuß aufsteigen, um vier in Not geratene Personen zu retten. Die zwei Männer aus den Niederlanden (27 und 28 Jahre alt) sowie ein Mann (29) und eine Frau (25) aus Deutschland waren unabhängig voneinander in den Innsbrucker Klettersteig eingestiegen. Beim Abstieg vom Kemacher gegen 14.30 Uhr verschlechterte sich das Wetter plötzlich so stark, dass das Quartett beschloss, es über den Notabstieg östlich des Kemacher zu versuchen.

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Dort saß die Gruppe aber bei Regen und böigem Wind in unwegsamem Gelände fest und setzte schließlich einen Notruf ab. Gegen 17.20 Uhr trafen 13 Bergretter ein und holten die vier unterkühlten Bergsteiger – sie waren lediglich mit kurzer Hose und T-Shirt bekleidet – aus einer steinschlaggefährdeten Rinne. Im Anschluss wurden sie zur Seegrube geleitet und von dort mit der Nordkettenbahn per „Sonderfahrt" zur Talstation Hungerburg transportiert, wo sie gegen 21 Uhr ankamen. (TT.com)


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