Innsbruck startet Bodycam-Pilotprojekt für Mobile Überwachungsgruppe

Ein Testbetrieb für die Mobile Überwachungsgruppe der Stadt soll darüber entscheiden, ob die Mitarbeiter Kameras bekommen. Zuvor soll noch eine rechtliche Abklärung stattfinden.

Erfahrungsaustausch mit der Innsbrucker Polizei: (v.l.n.r.) Helmut Plank, Einsatzreferat der Stadtpolizei, Vizebürgermeister Johannes Anzengruber und Markus Hackl, Kommandant der Polizeiinspektion Saggen.
© Wex

Innsbruck – Sie sind bereits im Einsatz. Bei den Tirol Kliniken, den Österreichischen Bundesbahnen und seit 2019 auch bei der Polizei: Bodycams. Kameras, die zur Dokumentation des Geschehens und der Handlungen von Bürgern und Polizeibeamten am Körper getragen und eingesetzt werden. Jetzt könnte auch die Mobile Überwachungsgruppe der Stadt Innsbruck diese Einrichtung bekommen.

Zumindest startet der für die Sicherheit zuständige Vizebürgermeister Hannes Anzengruber jetzt einen Pilotversuch dazu. „Dabei werden die MÜG-Mitarbeiter vorerst den Gebrauch einer Bodycam im Dienstalltag testen. Davor findet noch eine rechtliche Abklärung mit der Datenschutzbeauftragten der Stadt Innsbruck statt“, sagt Anzengruber in einer Aussendung.

Der Einsatz für die Kameras bei den MÜG-Mitarbeitern ist für Anzengruber gut begründbar. „Gerade in einer Zeit, in der europaweit die Gewaltbereitschaft ansteigt und gehäuft auch Feuerwehrleute, Sanitäter und Polizisten bei Einsätzen tätlich angegriffen werden, ist die Verwendung von Bodycams auch bei den Ordnungskräften der Stadt gerechtfertigt.“

Es ist nicht der erste Vorschlag für Bodycams bei der MÜG. Erst im vergangenen Herbst wagte SP-Klubobmann Helmut Buchacher diesbezüglich einen Vorstoß – er hatte zuvor andererseits aber die Ausstattung mit Pfeffer­sprays kritisiert. Doch das Projekt kam damals zu keiner Umsetzung.

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Die Tiroler Polizei hat übrigens zwölf Bodycams im Einsatz. Die Aufnahmen können von den Trägern der Bodycams übrigens nicht gelöscht werden. Nach Dienstende werden die Daten etwa bei der Polizei automatisch ins System eingespielt – und können so auch den Beamten in Bedrängnis bringen. Die Gewalttaten gegen Einsatzkräfte sollen andererseits deutlich zurückgehen.

Anzengruber will nach dem Testbetrieb Bilanz ziehen. „Dann kann man qualifiziert darüber diskutieren, ob die Verwendung von Bodycams bei der MÜG sinnvoll und nützlich ist und ob diese Spezialkameras für den Regelbetrieb angeschafft werden sollen.“ (TT)


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