Nach Angriff: Israel wirft Hisbollah Gefährdung von UN-Soldaten vor

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Zwei UN-Fahrzeuge im Libanon (Archivfoto).
© ALI DIA

Jerusalem – Das israelische Militär hat der Hisbollah vorgeworfen, bei ihrem jüngsten Angriff im Grenzgebiet von Israel und Libanon wissentlich auch UN-Soldaten gefährdet zu haben. Eine Gruppe von Scharfschützen der Hisbollah habe sich in der vergangenen Nacht direkt unterhalb einer UN-Stellung positioniert und auf israelische Truppen gefeuert, sagte Armeesprecher Jonathan Conricus am Mittwochabend.

Dies sei ein "sehr gefährliches und zynisches" Vorgehen gewesen. Wahrscheinlich hofften sie darauf, dass UN-Soldaten bei einem israelischen Gegenangriff getroffen würden. Es habe aber weder auf Seiten Israels noch der UNO Verletzte gegeben.

Israel hatte nach den Schüssen nahe dem Ort Manara in der Nacht auf Mittwoch Beobachtungsposten der Hisbollah im Süden Libanons unter anderem mit Kampfhubschraubern angegriffen.

Libanon und Israel befinden sich offiziell noch im Krieg. An der gemeinsamen Grenze kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah. Die im Libanon sehr einflussreiche schiitische Organisation ist eng mit dem Iran verbündet und sieht wie Teheran in Israel einen Erzfeind. Der letzte Krieg zwischen der Hisbollah und Israel endete vor 14 Jahren.

Israel hatte zuletzt mehr Befugnisse für die UN-Friedenstruppe UNIFIL im Süden des Libanons gefordert und dies mit einem massiven Ausbau der Hisbollah-Präsenz dort begründet. Die Blauhelme der UNIFIL überwachen seit 1978 das Grenzgebiet beider Länder. Gegenwärtig sind etwas über 10.000 UN-Soldaten an dem Einsatz beteiligt.

Das Bundesheer beteiligt sich aktuell mit 234 Soldaten an UNIFIL. 2006 war der Bundesheer-Major Hans-Peter Lang beim israelischen Beschuss des UN-Beobachtungspostens Khiam im Südlibanon ums Leben gekommen.

Das Mandat der UNIFIL-Truppe muss Ende des Monats vom UN-Sicherheitsrat verlängert werden. (APA/dpa)


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