Fohrenburg-Übernahme durch Brau Union unter Auflagen genehmigt

Die Brau Union verpflichtet sich zu einem Rabattaktionen-Monitoring und zum Verzicht auf Brauereizukäufe in Österreich in den nächsten fünf Jahren.

Bisher hielt die Brau Union rund elft Prozent an der Vorarlberger Fohrenburg Brauerei.
© Brau Union

Linz, Wien, Bludenz – Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) gibt unter Auflagen die Mehrheitsübernahme der Vorarlberger Brauerei Fohrenburg mit Sitz in Bludenz durch die zur Heineken-Gruppe gehörende Brau Union frei. So sollen unter anderem Rabattaktionen der Brau Union in den nächsten drei Jahren überwacht werden, zudem wird die Brau Union in den nächsten fünf Jahren keine andere österreichische Brauerei kaufen.

Mit dieser Partnerschaft können wir in Vorarlberg den Standort verstärken, besser auslasten und sogar erhöhen, um das Exportgeschäft in den süddeutschen Raum zu forcieren.
Vorstandsvorsitzender der Brau Union AG Klaus Schörghofer

Am 13. Februar 2020 wurde die geplante Übernahme von weiteren 62,94 Prozent der Fohrenburg-Anteile durch die Brau Union bei der Bundeswettbewerbsbehörde angemeldet. Im März stellten die BWB und der Bundeskartellanwalt einen Prüfungsantrag an das Kartellgericht, da die Wettbewerbshüter wettbewerbliche Bedenken "in Hinblick auf mögliche Abschottungs- und Verdrängungsstrategien gegenüber konkurrierenden Brauereien und Getränkegroßhändlern" hatten.

Marktführer Brau Union

➤ Die Brauerei Fohrenburg & s'Fäscht ist mit 135 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zirka 29 Millionen. EUR eine der bedeutendsten Brauereien in Vorarlberg und braut seit 1881 in Bludenz.

Fünf Millionen Hektorliter Bier setzt die Brau Union Österreich in einem Jahr ab – mit achtzehn führenden Biermarken und über 100 Biersorten.

➤ Die Brau Union beschäftigt in Österreich rund 2700 Mitarbeiter.

➤ Bisher hielt die Brau Union rund elft Prozent an der Vorarlberger Fohrenburg Brauerei. In Vorarlberg war die Brau Union als größte Brau-Gruppe bisher kaum aktiv. Verkäufer der Fohrenburg-Anteile ist der Fruchtsafthersteller Rauch, der aber ebenso wie Fohrenburg-Chef Wolfgang Sila weiter Miteigentümer der Fohrenburger Brauerei bleibt. Sie halten gemeinsam mit Streubesitzaktien noch 26 Prozent.

➤Zur Brau Union gehören unter anderem: Gösser, Zipfer, Kaiser, Puntigamer, Schwechater, Wieselburger, Schladminger, Reininghaus und Edelweiss.

Nun einigten sich Wettbewerbshüter und Unternehmen vor dem Kartellgericht auf Auflagen, informierte die BWB am Donnerstag in einer Aussendung. Vorgesehen ist ein Monitoring der Rabattaktionen im Lebensmitteleinzelhandel für die nächsten drei Jahre. Treten dort oder im Direktvertrieb an die Gastronomie Bedenken bezüglich der Rabattaktionen auf, muss die Brau Union der BWB und dem Bundeskartellanwalt alle Kostendaten zur Verfügung stellen.

Weiters verpflichtete sich die Brau Union unter bestimmten Voraussetzungen für die nächsten fünf Jahre keine anderen Brauereien mit Sitz in Österreich zu erwerben. In Vorarlberg darf die Brau Union in den nächsten fünf Jahren zudem keine neuen Gaststätten kaufen oder pachte. (APA, TT.com)

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