Tiroler Bauern wollen Abschuss von zwei "Problemwölfen"

Bauernvertreter haben bei den Bezirkshauptmannschaften (BH) in Landeck und Kitzbühel jeweils einen Antrag auf Abschuss zweier in den Bezirken umherstreifender Wölfe gestellt.

(Symbolfoto)
© Rudy De Moor / TT

Innsbruck – Die Diskussion um die Rückkehr der großen Beutegreifer nach Tirol ist um ein weiteres Kapitel reicher. Bauernvertreter haben gestern bei den Bezirkshauptmannschaften (BH) in Landeck und Kitzbühel jeweils einen Antrag auf Abschuss zweier in den Bezirken umherstreifender Wölfe gestellt. Die Tiere hatten in den vergangenen Wochen Dutzende Schafe und Ziegen gerissen.

Die Wölfin mit dem Namen 70FATK sei „extrem auf Nutztiere fixiert“ und habe „nachweislich 37“ davon getötet, teilten die Antragsteller im Oberland mit. „Außerdem sind Herdenschutzmaßnahmen nicht umsetzbar.“ Im Unterland habe der Wolf 84MATK mindestens 22 Schafe und zehn Ziegen getötet, sagt Leonhard Mühlberger von der Naringalm in Kössen. 19 Tiere seien es allein bei ihm gewesen, „das ist mehr als ein Fünftel der Herde“. Das Land Tirol bestätigte gestern auf Nachfrage, dass die Anträge sowohl bei der BH in Kitzbühel als auch bei jener in Land­eck eingelangt seien. „Diese werden nun inhaltlich sowie rechtlich geprüft und bearbeitet.“ Laut Josef Hechenberger, Präsident der Tiroler Landwirtschaftskammer und Chef der Plattform „Alm ohne Wolf“, sollen die Abschüsse auf Grundlage des Tiroler Jagdgesetzes erfolgen. „Die entsprechenden Rahmenbedingungen für einen geregelten Abschuss von Problemwölfen müssen dringend von der Landesregierung geschaffen werden.“

Auf Einladung des Tiroler Bauernbundes war Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am gestrigen Abend in Ladis. Von der TT im Vorfeld auf die Wolfs-Thematik im Land angesprochen, sagte Köstinger: „Wölfe sind Raubtiere. Langfristig sind Almwirtschaft und bäuerliche Qualitätsproduktion so nicht mehr möglich.“ Es brauche daher „klare Regeln, damit Problemwölfe auch entnommen werden können“.

Nach Funden mehrerer Tierkadaver in den vergangenen Tagen wurde gestern das Weidevieh von der 100 Hektar großen Kofelalm in Leisach in Osttirol abgetrieben. Dabei wurden zwölf vermutlich von einem Wolf getötete Schafe entdeckt. Laut Behörden handelte es sich dabei größtenteils nicht um frische Risse. (bfk)


Kommentieren


Schlagworte