Warmwasserboiler als Energiespeicher zum Stromspitzen-Ausgleich

Ein Tiroler Wohnbau-Vorzeigeprojekt wurde am Montag beim Forum Alpbach vorgestellt. Die Bewohner eine Anlage in Völs können dadurch weniger Energieverbrauch von geringeren Stromkosten profitieren.

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Alpbach – In Österreich sind rund 650.000 Warmwasserboiler im Einsatz, die als Energiespeicher zum Ausgleich von Strom-Produktionsspitzen dienen könnten. Sie haben ein Speicherpotenzial von etwa 1,2 Terawattstunden (TWh) - der gesamte heimische Endverbrauch lag 2019 bei 66 TWh. Ein Tiroler Wohnbau-Vorzeigeprojekt dazu wurde am Montag beim Europäischen Forum Alpbach vorgestellt.

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Eine Pilotanlage in einem Wohnhaus der Alpenländischen gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft in Kooperation mit dem Energieversorger Tiwag in Völs ist seit 2019 aktiv, durch intelligente Bewirtschaftung habe man schon erste Erfolge erzielen können.

Nun sei im nächsten Schritt von Tiwag und Alpenländischer gemeinsam mit A1 Energy Solutions und Austria Email der Rollout einer Vorserie mit 250 Stück für Tirol geplant, der im Herbst beginnen solle. Präsentiert wurde die Lösung gemeinsam mit der Klimaschutzministerin Leonore Gewessler im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach.

Die Sanierung eines Wohngebäudes aus den 70er Jahren in Völs bei Innsbruck auf Passivhaus-Standard wird ein Musterprojekt für künftige Sanierungsprojekte der Alpenländischen in Tirol und Vorarlberg.
Markus Lechleitner, Geschäftsführer Alpenländische

Smarte Warmwasserspeicher bieten einen "neuen Ansatz": Sei mehr Strom im Netz vorhanden als aktuell gebraucht werde, erfolge via Mobilfunk eine Aktivierung des Boilers durch ein integriertes IoT-Modul, worauf Wasser im Inneren erwärmt wird, wie am Montag im Beisein der für Energie zuständigen Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) erläutert wurde.

Um die Energiewende schaffen zu können, ist der kluge Einsatz von digitalen Lösungen gefordert.
Thomas Arnoldner, CEO A1 Telekom Austria Group.

Bei zu wenig Stromangebot müsse dafür weniger Strom für die Bereitung von Warmwasser aufgewendet werden. Bei erhöhtem Bedarf müsse das Wasser nur zusätzlich manuell voll aufgeheizt werden.

Bis vor kurzem wurde das Potenzial moderner Warmwasser und Heiztechnik bei der Bewältigung der Klima- und Wirtschaftskrise unterschätzt.
Martin Hagleitner, CEO der Austria Email AG

Durch die smartBoiler sollen die Bewohner des aus den 1970er Jahren stammenden Gebäudes mit 32 Wohneinheiten durch weniger Energieverbrauch ohne Komfortverlust von geringeren Stromkosten profitieren. (TT.com, APA)


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