Diskonter Lidl sucht schon wieder einen neuen Chef

Ignazio Paterno, erst seit wenigen Monaten an der Spitze des Konzerns, verlässt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung und „auf eigenen Wunsch“, hieß es am Dienstag.

Symbolbild.
© INA FASSBENDER

Neckarsulm – Der deutsche Lebensmitteldiskonter Lidl sucht schon wieder nach einem neuen Chef. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Ignazio Paterno verlasse das Unternehmen mit sofortiger Wirkung und „auf eigenen Wunsch“, hieß es am Dienstag in einer Firmenmitteilung.

Paterno hatte den Chefposten bei der Supermarktkette im April 2019 zunächst kommissarisch und erst vor wenigen Monaten fest übernommen. Nun habe ihn sein Lebensmittelpunkt in Italien dazu bewogen, das Amt niederzulegen, teilte Lidl in Neckarsulm mit. Zuvor hatte die Lebensmittel Zeitung über Paternos Abgang berichtet.

Designierter Nachfolger des Konzernchefs soll einspringen

Interimsweise soll Gerd Chrzanowski die Geschäfte des Diskonters leiten. Dieser ist bereits designierter Nachfolger des Konzernchefs der Schwarz-Gruppe, Klaus Gehrig. Gehrig führt den Konzern - zu dem neben Lidl auch die Supermarktkette Kaufland gehört - seit vielen Jahren. Er gilt als engster Vertrauter von Eigentümer Dieter Schwarz. Wann genau Chrzanowski die Leitung des Konzerns übernehmen soll, ist noch nicht bekannt. Im März hatte der Konzern mitgeteilt, Chrzanowski gehe jetzt in die Einarbeitung als Gehrigs Nachfolger.

Bei Lidl ist Chrzanowski einer von vielen neuen Köpfen innerhalb der vergangenen Jahre. Paterno hatte vor etwas mehr als einem Jahr Jesper Hojer abgelöst, der ebenfalls nur zwei Jahre an der Spitze des Unternehmens gestanden hatte. Hojer wiederum hatte 2017 den Chefposten von seinem Vorgänger Sven Seidel übernommen, der die Firma nach rund drei Jahren an der Spitze wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Ausrichtung verlassen hatte.

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Der Gesamtumsatz der Schwarz-Gruppe war im abgelaufenen Geschäftsjahr zwischen März 2019 und Februar 2020 um 8,6 Prozent auf 113,3 Mrd. Euro geklettert. Lidl steigerte den Umsatz um fast 10 Prozent auf 89 Mrd. Euro. Kaufland legte um 4,5 Prozent auf 23,7 Mrd. Euro zu. Die beiden Supermarktketten sind mit mehr als 12.500 Filialen in 33 Ländern, darunter auch in Österreich, aktiv. (dpa)


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