ÖFB-Kapitän Baumgartlinger will den Herbst zur Entwicklung nutzen

Das dichte Herbst-Programm sieht der Leverkusen-Legionär als Chance und Herausforderung zugleich. Er will es positiv angehen: "Wir haben jetzt acht Möglichkeiten, um uns für die EM in eine gute Verfassung zu bringen."

Der Kapitän geht voran: Julian Baumgartlinger.
© GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber

Klagenfurt - Der Kapitän mahnte vor dem Abflug zur Konzentration. Acht Spiele bestreitet das österreichische Fußball-Nationalteam im Herbst, ehe es im kommenden Jahr um die ganz großen Ziele geht. In Norwegen hat am Freitag (20.45 Uhr/live ORF 1) eine neue Generation die Chance, auf sich aufmerksam zu machen. Julian Baumgartlinger traut ihr zu, bei der EM und in der WM-Quali eine wichtige Rolle zu spielen.

Das bisher letzte Länderspiel im November 2019 in Lettland soll eine Lehre gewesen sein. Die ersatzgeschwächten Österreicher unterlagen dem krassen Außenseiter damals 0:1. "Auch wenn wir einmal ein paar Spieler nicht zur Verfügung haben und durchtauschen, müssen wir hochkonzentriert und mit der letzten Gier auf Sieg antreten", forderte Baumgartlinger am Donnerstag bei der Abreise auf dem Flughafen Klagenfurt.

Dem ÖFB-Team fehlen in Oslo Schlüsselspieler wie David Alaba, Marko Arnautovic, Konrad Laimer oder Valentino Lazaro. Der dichte Terminkalender nach den Corona-Verschiebungen werde noch öfter Ausfälle nach sich ziehen. "Wir müssen trotzdem da sein und Spiele gewinnen", betonte Leverkusen-Legionär Baumgartlinger. "Es ist wichtig für uns, gut in das Jahr vor der EM zu starten."

Die Nations League habe für die Teilnahme am WM-Play-off für 2022 zwar keine so große Bedeutung mehr wie für die EM. Der Aufstieg in die Liga A mit Europas Topteams sollte dennoch ein "Riesenansporn" sein. Das dichte Herbst-Programm sieht der ÖFB-Kapitän als Chance und Herausforderung zugleich. Er will es positiv angehen: "Wir haben jetzt acht Möglichkeiten, um uns für die EM in eine gute Verfassung zu bringen."

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

Die WM-Qualifikation beginnt mit drei Partien im März, das Großereignis folgt im Juni - ein Jahr nach dem ursprünglichen Termin. Den nachschiebenden Kräften, etwa den vor ihren Länderspiel-Debüts stehenden Christoph Baumgartner und Adrian Grbic, attestierte Baumgartlinger hohe Qualität. "Vielleicht ist es ganz gut, dass die EM jetzt ein Jahr später ist, weil die Jungs noch einmal ein Jahr Zeit haben, um unseren Kader definitiv noch stärker zu machen."

Trotz sieben Ausfällen verfügen mit Ausnahme von Baumgartner, Grbic und Christoph Monschein alle Kaderspieler bereits über A-Team-Erfahrung. Auch die Vorgaben von Teamchef Franco Foda seien nicht neu. "Intensität und Inhalte waren unverändert", berichtete Baumgartlinger aus dem Teamcamp. Grobe Abstimmungsschwierigkeiten erwartet der 32-jährige Salzburger daher nicht.

Vor den Norwegern sei das ÖFB-Team gewarnt. "Das Personal in der Offensive ist natürlich beeindruckend", sagte Mittelfeldmann Baumgartlinger. Der Ausfall von Spielmacher Martin Ödegaard sei zwar ein Vorteil für Österreich. Die drei norwegischen Stürmer Erling Haaland, Alexander Sörloth und Joshua King seien aber "jeder für sich hervorragend".

Norwegen hatte in der EM-Qualifikation im Vorjahr hinter Spanien und Schweden Platz drei belegt. "Sie können tief stehen und verteidigen - und dann blitzschnell umschalten. Das ist eine Qualität, die sehr gefährlich ist", meinte Baumgartlinger. Schon in der EM-Quali habe sich das ÖFB-Team bei viel Ballbesitz immer wieder mit dieser Spielweise konfrontiert gesehen. "Wir müssen hochkonzentriert sein." (APA)


Kommentieren


Schlagworte