Illegale Feier in Oslo: Bunkerparty endet für viele junge Menschen mit Hirnschaden

Rund 200 junge Menschen amüsieren sich in Oslo bei einer unerlaubten Feier. Plötzlich gelangt Kohlenmonoxid in die unterirdischen Räume. Viele Gäste können nicht rechtzeitig entkommen und verlieren das Bewusstsein. Für einige von ihnen hat das ernste Folgen.

Wäre es zu einem Brand gekommen, hätte es mehr als 100 Tote gegeben, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.
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Oslo – Nach einer illegalen Party in einem unterirdischen Bunker in Norwegen sind 25 Menschen mit Verdacht auf Kohlenmonoxidvergiftung in Krankenhäuser gebracht worden. Der Chef der Akutabteilung des Osloer Universitätskrankenhauses, Dag Jacobsen, sagte dem Norwegischen Rundfunk, viele Patienten hätten durch die Vergiftung Hirnschäden erlitten. Wie viele betroffen waren, wollte er nicht sagen. Zuvor hatten örtliche Medien berichtet, fünf Patienten befänden sich in einem kritischen, aber nicht lebensgefährlichen Zustand.

Die meisten Patienten seien zwischen 20 und 30 Jahre alt, berichtet die Nachrichtenagentur NTB unter Berufung auf einen Sprecher des Klinikums. Zwei der Betroffenen seien Polizisten, die dabei geholfen hätten, die Partyteilnehmer in Sicherheit zu bringen.

Gegen vier Menschen wird ermittelt

An dem Fest in dem Bunker hatten nach Schätzungen der Polizei rund 200 junge Leute teilgenommen. Die Licht- und die Musikanlage wurden mit Dieselaggregaten betrieben. Als jemand die Tür zu dem Raum mit den Aggregaten öffnete, gelangte Kohlenmonoxid in die Bunkerräume. Viele Gäste konnten nicht rechtzeitig entkommen und verloren das Bewusstsein. Der einzige Zugang war nur einen Quadratmeter groß. „Dieser Vorfall hätte Norwegens schlimmster Unfall in Friedenszeiten werden können", so Jacobsen. Gegen vier Menschen wird inzwischen ermittelt. Ihnen wird vorgeworfen, sich unberechtigterweise Zugang zu dem Bunker verschafft zu haben.

Polizei und Feuerwehr vermuteten zunächst, dass der Austritt des Gases durch tragbare Generatoren verursacht wurde, die zur Stromversorgung von Audiosystemen verwendet wurden. Kohlenstoffmonoxid ist ein geruch-, geschmacks- und farbloses Gas. Wird es eingeatmet, sind laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schwere gesundheitliche Folgen bis hin zum Tod möglich.

Ein Sprecher der Feuerwehr sagte dem Norwegischen Rundfunk: „Dieses Fest hätte schlimme Konsequenzen haben können." Wäre es zu einem Brand gekommen und man hätte den Bunker mit 200 Feiernden evakuieren müssen, hätte es mehr als 100 Tote gegeben, sagte er. (dpa)


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