Gelbe Corona-Ampel im Bezirk Kufstein: Tirol will Verordnung abwarten

LH Platter plädiert für Differenzierungen auch innerhalb von Tirols Bezirke, es gebe nämlich zum Beispiel im Alpbachtal keine Infektionen mehr, und trotzdem stehe die Ampel dort auf Gelb. Am Abend will er dies mit Gesundheitsminister Anschober besprechen.

LH Günther Platter hat verhalten auf die gelbe Corona-Ampel in Kufstein reagiert.
© APA/Expa/Groder

Innsbruck – Das Land Tirol hat auf die gelbe Corona-Ampel im Bezirk Kufstein verhalten reagiert. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) kündigte im Rahmen einer Pressekonferenz an, die bundesweite Verordnung abwarten zu wollen. Man werde sich an die derzeit empfohlenen verschärften Maßnahmen halten. Indes hielten die Landesvertreter eine Differenzierung innerhalb eines Bezirks für sinnvoll.

"Ich möchte nicht mit Kritik beginnen, schließlich stehen wir noch am Beginn der Corona-Ampelregelung", stellte Platter am Freitag im Tiroler Landhaus klar. Aufgrund topografischer Besonderheiten in Tirol halte er eine Differenzierung innerhalb eines Bezirks jedoch für nötig. "Das Alpbachtal ist ein gutes Beispiel: Die Ampel steht auch hier auf gelb, obwohl schon lange keine Infektionen mehr verzeichnet wurden", so der Landeschef. Er wolle diese Überlegung bei einem Treffen mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag "in Ruhe besprechen". Entsprechende Anmerkungen hätten die Landesvertreter auch bereits im Rahmen der Expertenkommission gemacht.

"Bis zum Schulstart kann Ampel wieder auf Grün stehen"

Nun werde die Verordnung erwartet. Voraussichtlich mit 11. September gelte in den mit Gelb eingestuften Städten und Bezirken Maskenpflicht in allen Geschäften und für das Servicepersonal in der Gastronomie. In Schulen solle es bereits ab Montag eine Verpflichtung für Mund-Nasen-Schutz beim Verlassen des Klassenzimmers geben. In Tirol beginnt die Schule allerdings erst Mitte September. "Bis dahin kann die Ampel wieder auf grün stehen", relativierte Platter.

"Wesentlich ist: Momentan handelt es sich tirolweit um überschaubare Cluster, die gut abgrenzbar sind. Die derzeit 126 Infizierten können genau zugeordnet werden", hob Platter hervor. Im Bezirk Kufstein habe es zuletzt zwei Cluster gegeben – in einem großen Lager einer Supermarktkette und bei einem Fußballclub. Es gebe noch 33 aktiv Infizierte, die dem ersten, und 17 die dem zweiten Cluster zuzuordnen seien. Der Bezirk Kufstein zählt 110.000 Einwohner, in der Bezirkshauptstadt Kufstein, der zweitgrößten Stadt Tirols, leben 17.000 Menschen.

Mit Stand Freitagmittag gab es in Tirol 406 aktiv positiv Getestete, davon 42 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden. Nur sieben Personen wurden vorerst in Spitälern behandelt, keine davon auf der Intensivstation. 108 Personen starben bisher im Zusammenhang mit dem Virus. Der letzte Todesfall im Bundesland datiert vom 22. Mai. In Tirol werden österreichweit - auf die Bevölkerung gerechnet - die meisten Tests durchgeführt. (TT.com, APA)


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