Irland verliert nach Hogan-Rücktritt Handelsressort in EU-Kommission

Den Handelsbereich soll Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis übernehmen. Die Irin Mairead McGuiness wird für Finanzdienstleistungen zuständig sein.

Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis soll die Handelsagenden übernehmen.
© EPA

Brüssel – Irland verliert nach dem Rücktritt seines EU-Kommissars Phil Hogan das Handelsressort in der Brüsseler Behörde. Wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag sagte, soll die Europaabgeordnete Mairead McGuinness neue irische Kommissarin werden, aber für Finanzdienstleistungen zuständig sein. Den Handelsbereich soll Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis aus Lettland übernehmen.

Das Europaparlament und der Rat der Mitgliedstaaten müssen allerdings noch zustimmen. "Frau McGuinness verfügt über bedeutende politische Erfahrungen in EU-Fragen, da sie seit 2004 Mitglied des Europäischen Parlaments ist und derzeit den Posten als erste Vizepräsidentin innehat", erklärte von der Leyen. Dies sei von entscheidender Bedeutung, um die Finanzmarktpolitik voranzubringen.

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Mit dem Teamumbau erreicht von der Leyen nun auch fast das Ziel eines ausgeglichenen Geschlechterverhältnisses in der Kommission. Sollten die Personalien vom Parlament bestätigt werden, gibt es künftig 14 EU-Kommissare und 12 Kommissarinnen. Von der Leyen miteingerechnet sind es 13.

Mairead McGuinness

➤ Im Wettbewerb um den Kommissionsposten setzte sich McGuinness im Bewerbungsgespräch bei von der Leyen gegen Andrew McDowell durch, den früheren Vizepräsidenten der Europäischen Investitionsbank. Er war der zweite Kandidat, den die irische Regierung für den Posten ins Rennen geschickt hatte. Da jedes EU-Land ein Kommissionsmitglied stellen darf, hatte Irland nach dem Rücktritt von Hogan das Vorschlagsrecht.

➤ McGuinness arbeitete vor ihrer Karriere im Europaparlament als Journalistin. 2016 war sie zeitweise für den Posten des Parlamentspräsidenten im Gespräch. Sie gehört zur Partei Fine Gael und in Europa zur christdemokratischen Parteienfamilie EVP.

Hogan war Ende August wegen Missachtung von Corona-Regeln zurückgetreten. Er hatte bei einem Heimatbesuch in Irland aus Sicht der irischen Regierung mehrere Pandemie-Auflagen verletzt, darunter Quarantänepflichten und Bewegungseinschränkungen. Die Affäre begann mit einem Dinner in einem Golfclub, an dem etwa 80 Personen teilgenommen hatten - weit mehr als zulässig. (APA, AFP)


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