Netflix und ORF verfilmen Bernhard Aichners „Totenfrau“

Aus Bernhard Aichners Bestseller wird eine sechsteilige Serie. Sie soll 2022 veröffentlicht werden. Auch die Netflix-Serie „Kitz“ wurde bestätigt.

Bernhard Aichners Krimiheldin Blum wird 2022 auf Netflix zu sehen sein.
© Bernhard Aichner

Innsbruck – Die seit langem angedachte Verfilmung von Bernhard Aichners Bestseller „Totenfrau“ wird als Koproduktion des US-Streamingdienstes Netflix und des ORF realisiert. Das kündigte Netflix nun an. Geplant ist eine sechsteilige Serie. Regie wird Nikolai Rohde führen. Das Casting soll in den kommenden Wochen beginnen. Der Drehstart ist für Frühjahr 2021 anvisiert. Veröffentlicht soll die Serie in der ersten Jahreshälfte 2022 werden.

„Totenfrau“ basiert auf dem gleichnamigen, 2014 erschienen Thriller des Tiroler Schriftstellers Bernhard Aichner, der 2018 am Tiroler Landestheater erfolgreich für die Bühne adaptiert wurde. Die Verfilmung des Bestsellers um die Bestatterin Blum, die sich für den Mord an ihrem Mann rächt und zusehends von der Jägerin zu Gejagten wird, ist seit Jahren in Planung.

Die Filmrechte sicherte sich unmittelbar nach Erscheinen des Buches die Berliner Produktionsfirma „Barry Films“. Zunächst war auch David Schalko („Braunschlag“) mit seiner „Super Film“ am Projekt beteiligt. Dann schien eine internationale Produktion für den zum Disney-Imperium gehörenden US-Sender Lifetime wahrscheinlich. Das Projekt zerschlug sich nach einem kurzfristigen Wechsel in der Senderführung – und einer damit einhergehenden inhaltlichen Neuausrichtung von Lifetime. Nun wird „Totenfrau“ als gemeinsame Produktion von „Barry Films“ und der Wiener „Monafilm“ entstehen.

„Totenfrau“ ist nach „Freud“ (2020) die zweite Zusammenarbeit von Netflix mit dem ORF. „Freud“ wurde im März 2020 unmittelbar nach der Erstausstrahlung im ORF auf Netflix veröffentlicht – und wurde dort laut Angaben des Streaminganbieters von 25 Millionen Haushalten gesehen. Netflix ist derzeit in 190 Ländern abrufbar.

Österreich steht bei Netflix hoch im Kurs

Insgesamt hat Netflix am Dienstag drei Produktionen aus Österreich angekündigt. Neben „Totenfrau“ hat auch die Serie „Kitz“ starken Tirolbezug. Schließlich soll sie - nomen est omen - in Kitzbühel spielen. Geplant sei eine sechsteilige Serie, „die hinter die Fassaden des eleganten Wintersportorts blickt“, erklärte Rachel Eggebeen, Direktorin der Netflix-Originals in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Entwickelt wurde „Kitz“ von Nikolaus Schulz-Dornburg und Vitus Reinbold für die in München ansässige Produktionsfirma Odeon .

Lizenziert hat Netflix außerdem den Spielfilm „Was wir wollten“ mit Lavinia Wilson und Elyas M‘Barek. Das Drama über einen lange unerfüllten Kinderwunsch und nervige Nachbarn in einem Urlaubsressort auf Sardinien wurde von der gebürtigen Innsbruckerin Ulrike Kofler inszeniert. Am auf einer Kurzgeschichte des Schweizer Bestsellerautoren Peter Stamm basierenden Drehbuch hat auch Marie Kreuzer („Der Boden unter den Füßen“) mitgeschrieben. (jole)


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