Graf: „Kämpfen verlernt man nicht, das ist wie Fahrradfahren“

Für Tirols Judo-Aushängeschild Bernadette Graf (28) geht es zurück in den Wettkampf-Modus. Eine 
EM-Medaille ist das Etappenziel.

Bernadette Graf legte bei einem Showkampf am Bergisel ihren Gegner aufs Kreuz, weiter geht’s beim Trainingslager in St. Johann/Pongau.
© ÖJV/Spiess

Von Benjamin Kiechl

Innsbruck – Das lange Warten hat für Bernadette Graf ein Ende. Am Mittwoch geht es – ein negativer Corona-Test vorausgesetzt – beim Trainingslager in St. Johann im Pongau in die heiße Phase für den Re-Start der Judo-Worldtour. Gestern Dienstag legte sich die 28-jährige Tulferin bei einem Showkampf auf dem Bergisel ins Zeug. Heute trifft sie erstmals seit dem Lockdown wieder auf geballte internationale Konkurrenz. Insgesamt 100 Athleten sind dabei. Graf bekommt es in ihrer Gewichtsklasse (bis 78 kg) unter anderem mit der Weltranglisten-Dritten Sanne van Dijke (NED) zu tun.

Die Tirolerin hat ihr Olympia-Ticket bereits in der Tasche und liegt in der bereinigten Weltrangliste auf Platz zehn. Für den Rest der Olympia-Qualifikation (bis Juni) will sich die Olympia-Siebte von Rio noch in die Top acht vorarbeiten, „dann hat man ein besseres Los zu Beginn“.

Der Grand Slam in Budapest Ende Oktober wird der erste Wettkampf seit Februar 2020 sein. „Es kribbelt schon, die Nervosität ist da!“, erzählt Graf und zeigt sich optimistisch: „Kämpfen verlernt man nicht, das ist wie Fahrradfahren.“ Wenn die EM wie geplant Ende November in Prag stattfinden kann, will die dreifache EM-Bronzemedaillengewinnerin wieder um das Treppchen mitkämpfen. „Eine Medaille ist bei jedem Wettkampf mein Ziel!“

Ohne ihre langjährige Trainingspartnerin Kathrin Unterwurzacher (beendete im Sommer ihre Karriere) auf der Matte zu stehen, sei noch etwas ungewohnt. Die Innsbruckerin startete kürzlich mit der Polizeiausbildung.


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