Schweinepest erreichte Deutschland: Krisenmaßnahmen laufen an

Die für Menschen ungefährliche Tierseuche wurde erstmals bei einem toten Wildschwein in Brandenburg nahe der Grenze zu Polen nachgewiesen. Ziel ist nun, das Geschehen einzugrenzen.

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© Frank Rumpenhorst

Berlin – Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat Deutschland erreicht. Die für Menschen ungefährliche Tierseuche wurde erstmals bei einem toten Wildschwein in Brandenburg nahe der Grenze zu Polen nachgewiesen, wie Bundesagrarministerin Julia Klöckner am Donnerstag in Berlin mitteilte. Vor Ort gelte es jetzt zu klären, ob es über den Kadaver hinaus eine Verbreitung in dem Gebiet gebe.

Ziel sei es, das Geschehen einzugrenzen. Für Landwirte können nun Exportstopps für Schweinefleisch ins Nicht-EU-Ausland etwa nach Asien drohen. Klöckner warnte aber vor Panikmache bei den wirtschaftlichen Folgen: "Es ist ein Wildschwein gefunden worden in einem Landkreis."

Vorläufiges Gefahrengebiet eingerichtet

Krisenmaßnahmen laufen nun in zwei brandenburgischen Landkreisen an, wie Landesverbraucherministerin Ursula Nonnemacher in Potsdam sagte. In einem Radius von mindestens 15 Kilometern um den Fundort solle jetzt ein vorläufiges Gefahrengebiet eingerichtet werden. In dem Gebiet gebe es Schweinehalter. Der Abstand zu einem größeren Betrieb betrage etwa sieben Kilometer. Tierhalter seien schon seit längerem für strenge Hygienevorkehrungen sensibilisiert worden. Die Vorgaben sollen erneut überprüft werden.

Ein Übertreten der Tierseuche nach Deutschland war seit längerem befürchtet worden. Im März war in Polen ein daran gestorbenes Wildschwein nur etwas mehr als zehn Kilometer vor der Grenze zu Deutschland entdeckt worden. Als Ursache für die Verbreitung in Europa vor allem über längere Entfernungen wird achtloses Wegwerfen von Speiseabfällen vermutet, die den Erreger enthalten. Das deutsche Agrarministerium ruft deshalb bereit seit Jahren unter anderem Autofahrer aus Osteuropa zur Vorsicht auf.

Die Landwirtschaft muss sich auf wirtschaftliche Folgen einstellen. Klöckner betonte, dass der Handel mit Schweinen und Schweinefleisch innerhalb der EU weitgehend aufrechterhalten werden könne - von Einschränkungen betroffen wären nicht Betriebe in ganz Deutschland, sondern nur in dem konkreten Gebiet. Nach Angaben des Ministeriums ist aber davon auszugehen, dass Schweinefleischexporte aus Deutschland besonders nach Asien weitgehend wegfallen dürften. Das Ministerium sei aber in Kontakt mit mehreren Nicht-EU-Staaten, um ebenfalls nur regionale Beschränkungen zu vereinbaren, hieß es. (APA/dpa)

Südkorea untersagt Einfuhr von Schweinefleisch aus Deutschland

Als Konsequenz auf das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland hat Südkorea am Donnerstag die Einfuhr von Schweinefleisch aus der Bundesrepublik untersagt. Das teilte das südkoreanische Landwirtschaftsministerium in Seoul mit.

2019 erlebte das Land selbst einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest mit mindestens 14 festgestellten Fällen. Dies führte zum Keulen von mehr als 145.000 Schweinen, um das Virus einzudämmen.


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