Gut zu wissen: So kommen Kinder sicher in die Schule

Der Schulweg birgt Gefahren für Kinder. Doch nicht alle sind für die Kleinen klar ersichtlich. Hier lesen Sie, auf welche „versteckten“ Risiken zu achten ist und wie Eltern, Kinder und Autofahrer zusammen für mehr Sicherheit sorgen können.

Auch bei grüner Ampel sollten Kinder den Pendelblick nach rechts und links anwenden.
© ÖAMTC/Hörmandinger

Innsbruck – Den Schulweg alleine bewältigen zu dürfen, ist für viele Schulkinder aufregend und macht sie stolz. Fakt ist aber auch, dass sich im Jahr 2019 österreichweit 510 Verkehrsunfälle mit Kinder auf ihrem Schulweg ereignet haben.

Daher ist es wichtig, dass Eltern und Kinder die Risiken erkennen und minimieren:

👩‍🦱🧔 Tipps für die Eltern

🗣️ Gefahren erklären und auf alterstypische Eigenschaften achten

„Eltern tragen eine große Verantwortung – sie müssen die Herausforderungen auf dem Schulweg ihrer Kinder kennen und ihnen diese geduldig erklären", sagt Marion Seidenberger, ÖAMTC-Verkehrspsychologin.

„Manche Gefahren liegen jedoch für Eltern nicht immer klar auf der Hand, sondern eher versteckt in den alterstypischen Eigenschaften", sagt Marion Seidenberger, ÖAMTC-Verkehrspsychologin. „Kinder ticken anders – sie haben ein kleineres Sichtfeld, eine verlängerte Reaktionszeit und es kann zu Fehlinterpretationen kommen – und folglich zu brenzligen Situationen."

🚶‍♂️🎒 Schulwegtraining und Situationen besprechen

Schulwegtraining ist gerade bei jungen Kindern unerlässlich – und sollte aktuell schon in vollem Gange sein. Nachdem die „Basics“ wie die sicherste Strecke oder umsichtiges Schauen schon festsitzen, ist es sinnvoll, besondere Herausforderung zu besprechen.

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„In bestimmten Situationen, wie z. B. beim Blickkontakt mit Lenkern kann es zu Fehlinterpretationen bei Kindern kommen. Jüngere Kinder erkennen nicht klar, ob sie gesehen wurden. Dunkle Sonnenbrillen des Lenkers oder Helme mit abgedunkeltem Visier erschweren Kindern die Erfassung der Blickrichtung zusätzlich", warnt die ÖAMTC-Expertin. „Solche Situationen sollte man den Kindern erklären und Lösungen mitgeben, wie z. B. immer abwarten, bis das Fahrzeug tatsächlich stehen geblieben ist."

👍 Aufklären und loben

Wenn sich andere Verkehrsteilnehmer nicht richtig verhalten und z. B. bei Rot über die Straße gehen, sollten Eltern den Kindern erklären, dass sich diese Personen in Gefahr begeben und die Kinder loben, dass sie stolz sein können, das richtige Verhalten zu kennen und anzuwenden.

🚗 Tipps für Autofahrer

🚸 Vorausschauend und vorsichtig fahren

„Auch Lenker sind zu Schulbeginn gefordert, besonders vorausschauend zu fahren, um auf ein möglicherweise unerwartetes Verhalten von Kindern sicher reagieren zu können", appelliert Seidenberger.

Lenker sollten sich bewusst sein, dass ihre Blicke und Gesten von Kindern nicht eindeutig erkannt werden können. Sie sollten daher immer anhalten, wenn sie bemerken, dass ein Kind die Fahrbahn queren möchte.

Auch Blinkzeichen von Autos können Kinder mangels Erfahrung und Überblick leicht fehlinterpretieren, z. B. ein Zufahren zum Parkplatz, oder auch ein Abbiegen nach einem Zebrastreifen kann große Missverständnisse und ein plötzliches Loslaufen auslösen. „Kinder werden rasch verunsichert, weil sie Zeichen noch nicht richtig einordnen und deuten können und reagieren dann eventuell zu spontan, zu verzögert oder sogar panisch", weiß die Expertin des Mobilitätsclubs. Ein knapp vor dem Abbiegen gesetztes Blinkzeichen kann viel zu spät sein, um von Kindern erkannt zu werden.

📽️ Video | ÖAMTC-Tipps für den Schulweg

👧👦Tipps für die Schulkinder

📵 Kein Smartphone

„Eine der häufigsten Ursachen für Schulwegunfälle im Vorjahr war Unachtsamkeit bzw. Ablenkung, knapp 29 Prozent der Unfälle waren darauf zurückzuführen. Dabei spielt auch das Smartphone eine wichtige Rolle – und besonders Kinder sind davon oftmals wie hypnotisiert", sagt die ÖAMTC-Expertin. „Auf dem Weg in die Schule gehört es daher unbedingt in die Schultasche."

🔁 Immer nach links und rechts schauen

Die Ampel gibt wichtige Signale – aber nur ihr Licht zu fixieren, kann gefährlich sein. "Aufgrund ihres noch eingeschränkten Gesichtsfeldes können Kinder seitlich nahende Gefahren nicht gut 'aus den Augenwinkeln' erkennen: Auch bei grüner Ampel sollten sie daher den Pendelblick nach rechts und links anwenden", rät Seidenberger. "Das Gleiche gilt für Verkehrsinseln – hier sollten Kinder stehen bleiben und in beide Richtungen schauen."

🧐 Auf sich selbst achten

„Sind Kinder in einer kleinen Gruppe unterwegs, gibt ihnen das oftmals eine trügerische Sicherheit. Sie sollten sich allerdings nicht blindlings an ihre Freunde anhängen und ‚mittrotten‘, sondern selbst schauen und aufpassen", sagt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. (TT.com)


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