Corona-Ampel: Innsbrucks Gastgärten können im Winter offen halten

Bei einer Pressekonferenz zeigte sich Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi zuversichtlich, dass die Landeshauptstadt bei der Corona-Ampel wieder in den grünen Bereich kommen kann. Weihnachts- und Christkindlmärkte sollen im Winter nach heutigem Stand öffnen, Gastro-Betriebe können ihre Gastgärten offen halten.

Innsbruck soll im Winter für den Tourismus gerüstet sein: Bürgermeister Willi kündigte an, dass Gastro-Betriebe ihre Gastgärten auch im Winter offen halten dürfen. Außerdem wird derzeit an den Weihnachtsmärkten festgehalten.
© APA/Expa/Spiess

Innsbruck – Bürgermeister Georg Willi (Grüne) sieht Innsbruck trotz des seit 11. September geltenden Ampel-Gelbs für künftige Herausforderungen gut aufgestellt. Mittelfristig wolle man wieder grün werden. Bei einer Pressekonferenz am Montag kündigte er ein Offenhalten der Gastgärten über den Winter an. Verbesserungsbedarf ortete Willi beim Testen: Ergebnisse sollten binnen 24 Stunden vorliegen.

„Beim Testen liegt der Schlüssel zu mehr Effizienz“, stellte Willi fest. Bald sollen zusätzliche, mobile Labore in den Bezirken in Betrieb gehen. Diese sollten Abhilfe schaffen und durch schnelle (negative) Testergebnisse könne man viel Zeit beim Contact-Tracing sparen. Das Stadtoberhaupt appellierte aber nicht nur an die Testcenter, sondern mahnte auch wieder größeres Verantwortungsbewusstsein und Vorsicht der Bevölkerung ein: „Gelb heißt, dass zu wenig getan wurde, um den Virus einzudämmen.“

Zahlen in Innsbruck hoch, aber einzugrenzen

Die aktuellen Zahlen weisen für Innsbruck 240 aktiv Positive auf. Über das Wochenende bis Montagfrüh seien 48 Fälle in der Landeshauptstadt dazugekommen, berichtete der Leiter der Landeseinsatzleitung, Elmar Rizzoli. „Die Zahlen sind sehr hoch, jedoch sind sie gut einzugrenzen und die Kontaktpersonen können aktuell gut erfasst werden. Dennoch ist das oberste Ziel für die gesamte Bevölkerung, achtsam zu bleiben und sich und besonders andere Menschen zu schützen“, fasste Rizzoli zusammen. Die meisten Corona-Erkrankungen seien derzeit „reiseinduziert“, Cluster seien vor allem im familiären Umfeld vorzufinden.

Willi zeigte sich trotz rasch ansteigender Infektionszahlen zuversichtlich, dass – bei Einhaltung des Mindestabstandes und der Hygienemaßnahmen sowie Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in geschlossenen Räumen – „Innsbruck mittelfristig wieder in die grüne Liga aufsteigen wird“. Die Maske gehöre neben Geldtasche, Schlüssel, Handy und Taschentuch sowieso schon zur alltäglichen Ausstattung.

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Für den heutigen Schulstart sei man gewappnet, so Willi, ein abgestimmter Maßnahmenplan für die städtischen Kindergärten und Schülerhorte sei erstellt worden. Bei Stufe „Gelb“ sei jedenfalls weiterhin ein Normalbetrieb möglich, allerdings mit verstärkten Hygienebestimmungen. Die Bildungsdirektion habe vor allem im Hinblick auf den Schulstart am Montag „gute Vorarbeit geleistet“.

Gastgärten über den Winter offen, Weihnachtsmärkte öffnen

Die Gastronomie wolle man durch eine Gastgartenregelung entlasten. „Gastgärten können über den Winter offen bleiben“, so der Bürgermeister, „denn draußen ist das Infektionsrisiko nachweislich geringer“. Heizungselemente sollen jedenfalls nicht mit Gas, sondern mit Strom betrieben werden, der in Innsbruck zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien besteht. Weihnachts- und Christkindlmärkte sollen nach heutigem Stand ebenfalls öffnen, man arbeite an einem Sicherheitskonzept.

Auch Vizebürgermeister Johannes Anzengruber (ÖVP) forderte mehr Achtsamkeit und Disziplin. Gleichzeitig sieht er die Stadt für die kommenden Monate gerüstet, man habe sich über die vergangenen Sommermonate intensiv mit der Entwicklung der Covid-19-Pandemie beschäftigt und entsprechende Maßnahmen vorbereitet. Die Abwasseranalysen würden ebenfalls verlässliche Vorwarnungen zu Clusterbildungen liefern - vorausgesetzt es regne nicht zu viel, denn dann komme es zu einer starken Verdünnung in der Kanalisation. Scharfe Kritik übte Anzengruber indes am Ampelsystem: „Die Corona-Ampel hat versagt, die neue Lockerungsverordnung und die strengeren, bundesweiten Maßnahmen haben gezeigt, dass die Maßnahmen offensichtlich nicht mit den Ampelfarben übereinstimmen.“ (TT.com, APA)

Georg Willi (Bürgermeister) ist zuversichtlich, dass die Corona-Infektionen in Innsbruck wieder eingedämmt werden können.
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