Kitzbühel-Macher ziehen zufrieden Bilanz: „Vorzeigemodell für die ATP“

Das Generali Open in Kitzbühel ging am Sonntag mit dem Premieren-Sieg von Miomir Kecmanovic zu Ende. Abseits des Courts wurden bereits die Weichen für die Zukunft gelegt. In der spielt auch US-Open-Sieger Dominic Thiem eine Rolle.

Miomir Kecmanovic besiegte Yannick Hanfmann und holte sich seinen ersten ATP-Titel.
© EXPA/STEFAN ADELSBERGER

Von Florian Madl

Kitzbühel – Es war nicht das Generali Open von 2019. Der Sieger hieß auch nicht Dominic Thiem, sondern Miomir Kecmanovic. Und Tennis-Fans ohne Insiderwissen mussten unumwunden zugeben, den Namen im Vorfeld nicht oder höchstens am Rande registriert zu haben.

Aber angesichts dessen, was sich 2020 auf der Welt abspielt, meinte auch Perfektionist Alexander Antonitsch: „Ich bin megahappy!“ Seine Analyse lag trotz – oder vor allem wegen – der unspektakulären Turnierwoche auf der Hand: Das Zuschauerkonzept griff, für den Turnierdirektor gilt die heurige Auflage in Kitzbühel so gesehen als „Vorzeigemodell für die ATP“. Zahlen bestätigen den 54-jährigen Kärntner:

Im Turnierverlauf wurden rund 600 Corona-Tests durchgeführt, alle sind negativ ausgefallen. In Rom, so Antonitsch, habe mancher bis zu 30 Stunden auf das Testergebnis gewartet und sei damit im Ungewissen gewesen.

„Spieler und ATP haben es sehr geschätzt, dass wir das Risiko eingegangen sind und das Turnier trotz dieser herausfordernden Zeiten ausgetragen haben“, hieß es von den Veranstaltern Markus Bodner und Herbert Günther. Bis zu 1900 Fans waren im Stadion. „Alle sehr diszipliniert, auch die Spieler“, lobte Antonitsch das Umfeld über den grünen Klee.

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Fraglos – sportlich hätte sich Alexander Antonitsch mehr von den Österreichern erhofft. Für die Besten neben US-Open-Finalist Dominic Thiem dient diese Bühne als Repräsentationsplattform vor eigenen Fans. Doch es wollte für Dennis Novak (Aus in der ersten Runde) und Sebastian Ofner (Aus im Achtelfinale) eben nicht sein. Als zukunftsweisende Nachricht des Wochenendes bleibt somit die Verlängerung des Titelsponsors bis 2022, was selbst Antonitsch mit viel Freude registriert. „In Zeiten wie diesen, wo viele Sportveranstaltungen um das wirtschaftliche Überleben kämpfen, ist das ein tolles Zeichen.“

Und auch wenn keiner weiß, was die kommenden Monate bringen: Das nächste Kitzbüheler Turnier soll laut aktuellen ATP-Angaben am 24. Juli 2021 beginnen, das Finale steigt schließlich am 31. Juli 2021. Dass der heimische Sandplatz-Höhepunkt parallel zur ersten Woche der Olympischen Spiele in Tokio stattfindet, registriert Antonitsch nüchtern. Die Hoffnung lebt, dass sich nicht jeder auf japanischem Hardcourt wohl fühlt und Sand vorzieht. Ein Protagonist wie US-Open-Sieger Dominic Thiem bekundete schon in der Vergangenheit, dass seinen olympischen Höhepunkt Paris 2024 darstellt ...


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