Hoch Leiki beschert Tirol 30 Grad, Sommer pausiert diese Woche nur kurz

Spätsommertage wie sie im Buche stehen – und das im September: Nach einem kurzen Dämpfer von Mittwoch auf Donnerstag übernimmt zum Wochenende hin schon das nächste Hoch das (Wetter-)Kommando in Tirol.

Sonnenuntergangsstimmung in Wiesing: Der Sommer zieht auf den letzten Metern noch einmal alle Register.
© Stefan Absenger

Innsbruck – Die Sommerferien sind vorbei, doch der Herbst hat es heuer wohl nicht eilig: Hoch Leiki beschert Tirol derzeit bis zu 30 Grad und jede Menge Sonnenschein. „Auch am Dienstag wird es nochmal traumhaft schön", prognostiziert Werner Troger von den Meteo Experts. Nicht ganz so ungetrübt werden die darauffolgenden Tage, nach einer kurzen Verschnaufpause läuft der Spätsommer am Wochenende aber wieder zur Hochform auf.

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Hoch Leiki treibt das Thermometer nach oben

Zu verdanken haben wir die Septemberhitze einem Hochdruckgebiet mit dem Namen Leiki, das sich derzeit über dem östlichen Mitteleuropa bemerkbar macht. „Normalerweise pendeln sich die Höchsttemperaturen im Flachland sowie den breiten Alpentälern jetzt Mitte September bei rund 20 bis 22 Grad ein", erklärt Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Österreichischen Unwetterzentrale. „Mit bis zu 30 Grad liegen wir folglich um 7 bis 10 Grad über diesen langjährigen Mittelwerten.“

Höchstwerte am Dienstag/durchschnittliche Höchstwerte Mitte September:

📍 Wien: 29 Grad/21 Grad

📍 St. Pölten: 29 Grad/21 Grad

📍 Eisenstadt: 29 Grad/22 Grad

📍 Linz: 28 Grad/20 Grad

📍 Graz: 28 Grad/21 Grad

📍 Klagenfurt: 27 Grad/21 Grad

📍 Salzburg: 30 Grad/20 Grad

📍 Innsbruck: 30 Grad/21 Grad

📍 Bregenz: 28 Grad/20 Grad

Späte „30er“ werden häufiger

Die geknackte 30-Grad-Marke im September sorgt zwar für Staunen, ist aber nicht (mehr) allzu ungewöhnlich, wie Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) erklärt: „Seit den 2000er-Jahren erleben wir in Österreich ungefähr alle zwei bis drei Jahre noch Höchstwerte über 30 Grad nach dem 10. September. Früher, also vor den 2000er-Jahren, gab es so spät im Jahr nur etwa alle fünf bis sieben Jahre einen 30er.“

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Hitzerekorde sind in diesen Tagen dementsprechend nicht in Sicht: In Österreich liegen die September-Rekorde laut ZAMG in allen Landeshauptstädten zwischen 33 und 36 Grad. An der Spitze ist Pottschach in Niederösterreich mit 36 Grad am 1. September 2015. Die spätesten 30er in Österreichs Messgeschichte wurden im Oktober gemessen: am 4. Oktober 1966 mit 30,2 Grad in Fußach und 30,1 Grad in Schlins (beide in Vorarlberg).

Kurze Kaltfront bevor Hoch Manfred folgt

Bevor zum Wochenende hin ein weiteres Hoch in Tirol Einzug hält, muss der Spätsommer aber einen kleinen Dämpfer verkraften. Schon der Mittwoch fällt nicht mehr ganz so ungetrübt aus, besonders am Nachmittag und Abend funken Wolken sowie einzelne Schauer und Gewitter dazwischen. Die Temperaturen erreichen höchstens noch etwa 26 Grad.

Unbeständig und kühler geht es auch am Donnerstag in Tirol weiter, erklärt Troger: „Vor allem im Unterland und an der Grenze zu Bayern ist mit Schauern zu rechnen." Das Thermometer kommt verbreitet nicht mehr über 22 Grad hinaus.

Kurswechsel dann wieder am Freitag: Pünktlich zum Wochenende bahnt sich Hoch Manfred seinen Weg – mit vielen Sonnenstrahlen im Gepäck. 30 Grad dürften dem Meteorologe zufolge zwar nicht mehr drin sein, aber „spätsommerliche Wärme nahe 25 Grad". (kla)

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