Die Corona-Ampel blinkt in sieben Bezirken Orange – aber nur symbolisch

Die Hochstufung unter anderem in Innsbruck, Kufstein und Wien hat mehr oder weniger nur symbolischen Charakter. Die Kommission sprach lediglich Empfehlungen für Gebiete mit "hohem Risiko" aus. Maßnahmen bei Veranstaltungen und Schulen sind nach Ansicht des Gremiums keine erforderlich.

Bei Orange geht es mehr um Empfehlungen als um konkrete Maßnahmen.
© pixabay

Wien – Die Corona-Ampel ist Dienstagmittag aktualisiert worden. Wie bereits am Montag bekannt wurde, sind nunmehr sieben Bezirke orange geschaltet: Wien, Innsbruck-Stadt, Kufstein, Dornbirn, Bludenz, Mödling und Neunkirchen. Allerdings hat das mittlerweile mehr oder weniger nur noch symbolischen Charakter, denn Verschärfungen gehen damit nicht einher. Die 19-köpfige Kommission sprach lediglich Empfehlungen für Gebiete mit "hohem Risiko" aus.

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In den Erläuterungen wird festgehalten, dass „weitere Maßnahmen im Bereich der Veranstaltungen nicht erforderlich sind, weil die entsprechenden Maßnahmen der Lockerungsverordnung implementiert werden müssen und die verpflichtend vorgesehenen Präventionskonzepte zur Anwendung gebracht werden sollen“. Für den Bildungssektor sind nach Ansicht der Kommission „keine weiteren Maßnahmen erforderlich, da derzeit keine Hinweise vorliegen, dass der Bildungssektor substanziell an der Ausbreitung beteiligt ist“.

Empfehlungen der Kommission

Die Orange eingestuften Regionen werden aber aufgefordert, den Schutz von Pflegeeinrichtungen und Krankenanstalten zu intensivieren. Auch Screening-Untersuchungen sollten erhöht werden, ältere Personen geschützt und präventive Maßnahmen an bestimmten Orten wie beispielsweise Märkten etabliert werden. Außerdem empfahl die Kommission Einschränken der Veranstaltungen in geschlossenen Gesellschaften ohne Sicherheitskonzept.

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Gerade letzterer Punkt könnte durchaus noch von Interesse sein, wenn man an größere Feierlichkeiten etwa zu Jubiläen, Taufen oder Hochzeiten denkt. Ob es hier zusätzliche Verordnungen zur Umsetzung der Empfehlungen braucht, wird laut Regierungskreisen in den kommenden Tagen beraten.

Entwicklung deutet auf deutlich höheres Risiko hin

Die Kommission betonte, dass die epidemiologische Entwicklung der vergangenen Tage auf eine deutliche Erhöhung des Infektionsrisikos in einigen Regionen Österreichs hindeutet. Die Entscheidung wurde auf Basis der 7-Tages-Inzidenz, des Anteils der abgeklärten Infektionsquellen bei den neu aufgetretenen Fällen und der damit verbundenen Aussicht auf Cluster-Ausbreitungskontrolle getroffen.

Freilich hätte gemäß den ursprünglichen Ampel-Plänen Orange noch viel größere Einschnitte gebracht. Da wären z.B. bei Events mit zugewiesenen Sitzplätzen in geschlossenen Räumen nur noch maximal 250 Personen erlaubt gewesen, hätte es in den Oberstufen die Möglichkeit zur Rückkehr von Home-Schooling gegeben und wäre die Sperrstunde auf Mitternacht vorverlegt worden.

Nunmehr hat die Ampel hauptsächlich die Aufgabe, die Aufmerksamkeit der Bevölkerung in den aktuell stärker betroffenen Regionen zu erhöhen. Immerhin ist die Kommission damit auch Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) gefolgt, der schon vergangene Woche darauf gedrängt hatte, weniger auf Grün als auf Gelb und Orange zu setzen, nachdem zumindest das Parameter der Fallzahlen diese Färbung bereits hergegeben hätte.

Salzburg, Kärnten und Burgenland sind noch Grün

Verhältnismäßig unbeschwert lässt es sich noch in Salzburg, Kärnten und Burgenland leben, sind doch dort alle Bezirke Grün. Davon kann Oberösterreich nur träumen, denn außer dem Innviertel ist das gesamte Land nun Gelb-gefärbt. In Tirol wurden Innsbruck-Stadt und Kufstein eine Stufe auf Orange gehoben, neu auf Gelb kommen zu Schwaz die Bezirke Landeck und Innsbruck-Land.

Das bisher komplett grüne Vorarlberg ist nun in einen orangen (Dornbirn, Bludenz) und einen gelben Bereich (Bregenz, Feldkirch) geteilt. In Niederösterreich sprangen Mödling und Neunkirchen von Grün gleich auf Orange, zahlreiche weitere Bezirke sind nunmehr Gelb. Der Steiermark bleibt Orange erspart, dafür sind einige Bezirke wie Graz Stadt und Umgebung Gelb.

35 Bezirke wurden Gelb

Folgende Bezirke wurden Gelb gefärbt – was ein mittleres Risiko bedeutet:

Innsbruck-Land, Landeck, Schwaz, Baden, Bruck an der Leitha, Gänserndorf, Korneuburg, Krems (Stadt), Krems (Land), Lilienfeld, Mistelbach, St. Pölten (Stadt), Wiener Neustadt (Stadt), Wiener Neustadt (Land), Zwettl, Freistadt, Linz (Stadt), Linz (Land), Perg, Steyr (Stadt), Vöcklabruck, Wels (Stadt), Eferding, Gmunden, Grieskirchen, Kirchdorf an der Krems, Rohrbach, Steyr (Land), Urfahr Umgebung, Wels (Land), Graz (Stadt), Deutschlandsberg, Graz (Umgebung), Bregenz und Feldkirch.

Länder zufrieden

Zumindest fürs erste zeigten sich die Landespolitiker mit den Entscheidungen der Kommission ganz zufrieden. Auch Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) war „einverstanden“ damit, dass die Bundeshauptstadt hoch gestuft wurde. Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) will die Höherstufung der Bezirke sogar eingefordert haben, lehnt er es nach eigenem Bekunden doch ab, der Bevölkerung mit einer harmlosen Ampelfarbe zu suggerieren, dass alles in Ordnung sei. (TT.com, APA)


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