Prozessauftakt gegen Ghosn-Verbündeten und Ex-Nissan-Chef Kelly

Kelly wird vorgeworfen, dem in den Libanon geflohenen Ex-Chef Carlos Ghosn dabei geholfen zu haben, über einen Zeitraum von acht Jahren 9,3 Milliarden Yen (73,9 Mio. Euro) veruntreut zu haben.

Greg Kelly erscheint am Dienstag vor Gericht. (Photo by Kiyoshi Ota / POOL / AFP)
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Yokohama/Tokio – Gegen den früheren Geschäftsführer des japanischen Automobilkonzerns Nissan, Greg Kelly, ist in Tokio der Prozess wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung eröffnet worden. Ihm wird vorgeworfen, dem in den Libanon geflohenen Ex-Chef Carlos Ghosn dabei geholfen zu haben, über einen Zeitraum von acht Jahren 9,3 Milliarden Yen (73,9 Mio. Euro) veruntreut zu haben.

Kelly beteuert, keine japanischen Gesetze gebrochen zu haben. "Ich würde ihn gerne hier haben, um auszusagen. Ich denke, es ist ein wenig schwierig alles aufzuklären, wenn der Hauptzeuge fehlt", sagte Kelly dem japanischen Sendern TBS am Montag über Ghosn. Der einst gefeierte Manager der Autoallianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi hatte sich kurz vor Silvester unter spektakulären Umständen aus Japan in den Libanon abgesetzt.

Ghosn soll in einer Kiste versteckt gewesen sein, die am Flughafen als Gepäck für Musikinstrumente deklariert war und nicht durchleuchtet wurde. Er hatte die Vorwürfe gegen ihn in Japan mehrfach zurückgewiesen. (APA/Reuters)


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