Das Team hinter Thiem: Beim neuen Champion passt jedes Zahnrad

Angeführt von Papa Wolfgang, Trainer Nicolas Massu und Physio Alex Stober ist Dominic Thiem top betreut. Es ist der Schlüssel für eine gereifte Persönlichkeit.

Eine starke Familie hinter einem starken Spieler: Bruder Moritz, Mama Karin, Dominic Thiem und Papa Wolfgang in Kitzbühel (v. l.).
© gepa

Von Roman Stelzl

Innsbruck – „Wenn du gut betreut wirst, kannst du heute bis 35 Jahre auf Top-Level spielen“ – mit diesen Worten blickt Wolfgang Thiem mit großer Zuversicht auf die Zukunft seines Sohnes Dominic voraus. Zu Recht: Denn wenn jemand gut und vor allem von den richtigen Leuten betreut wird, dann ist es Österreichs frischgebackener Grand-Slam-Sieger.

Familie: Dass die Eltern des 27-jährigen Tennis-Stars einst eine Wohnung verkauften, um die Karriere ihres Sohns zu finanzieren, ist eine Geschichte, die man sich heute gerne erzählt – weil sie Beleg ist für die Begeisterung der beiden Tennis-Lehrer Karin und Wolfgang Thiem, die ihren Sohn selbst mit auf den Tennisplatz nahmen und im Alter von acht Jahren der Obhut von Top-Trainer Günter Bresnik übergaben. Inzwischen gehört auch der zweite Sohn Moritz (20 Jahre alt, 1430. der Tennis-Weltrangliste) zur wichtigen familiären Unterstützung – Mama Karin, die sich angeblich bei jedem Titel ihres Sohnes ein Tattoo stechen lässt, ist selten mit dabei. Papa Wolfgang, inzwischen mit eigener Akademie Trainer der besten fünf österreichischen Tennis-Spieler, gehört als Coach zum Team.

Trainer: Das letzte Wort gehört bei Trainerfragen aber Nicolas Massu. Der 40-jährige Chilene, ehemals Nummer neun der Welt, hat Thiem seit 2019 das Entscheidende für das US-Open-Finale gelehrt: Gib niemals auf! Der Parade-Kämpfer und Ex-Kitzbühel-Sieger hat ein zusätzliches Feuer im Weltranglisten-Dritten entfacht, das gerade in kniffligen Situationen lichterloh brennt. Zudem fungiert der topfitte Doppel-Olympiasieger Massu als Sparringpartner.

Physio: Seit gut fünf Jahren ist der für seine Ruhe und sein Wissen bekannte und beliebte Alex Stober Teil des Thiem-Teams. Und kaum einer weiß so genau, was der Österreicher braucht, wie der erfahrene Deutsche. Sei es beim Thema Nachbetreuung, Massage oder auch Ernährung – Stober, der schon Pete Sampras oder Andre Agassi betreut hat, hob das Körperliche bei Thiem auf ein ganz neues Level.

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Manager: Unter Günter Bresnik war das Thema Medien eine lästige Nebenerscheinung – infolgedessen wirkte Thiem nicht selten abweisend. Nachdem der Steirer Herwig Straka, Turnierdirektor der Erste Bank Open in Wien, im Vorjahr die Manager-Agenden übernahm, ist das Verhältnis zwischen den Medien und Thiem ein weit offeneres.

Bester Freund: Mit dabei in New York war neben Stober und Massu auch Lucas Leitner. Er begleitet Thiem als bester Freund und sorgt für die nötige Ablenkung. Die wird gerade als Top-Favorit immer wichtiger – und diese Rolle wird bei den French Open Ende September ja nicht kleiner sein.


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