Fahrverbote im Außerfern: Rund 24.000 Zurückweisungen in sieben Wochen

Von 1. August bis 13. September galten im Bezirk Reutte Fahrverbote auf dem niederrangigen Straßennetz für Durchreisende. Das Land zog nun Bilanz. Die Planungen für den Winter laufen.

Durchreisende wurden in Reutte wieder auf die Umfahrungsstraße zurückgeschickt.
© ZOOM.TIROL

Reutte, Innsbruck – Die von 1. August bis 13. September im Bezirk Reutte erneut geltenden Fahrverbote auf dem niederrangigen Straßennetz haben an den vergangenen sieben Wochenenden zu rund 24.000 Zurückweisungen geführt. Dies teilte das Land am Dienstag mit. Durch die Maßnahmen an drei Kontrollpunkten sollte der massive Stau-Ausweichverkehr in die anliegenden Orte hintangehalten werden.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und seine Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) zogen jedenfalls zufrieden Bilanz: "Die Fahrverbote im Außerfern haben sich auch in diesem Sommer bewährt. Mit dieser verkehrslenkenden Maßnahme ist es gelungen, trotz starken Reiseverkehrs an den Wochenenden die Verkehrs- und Versorgungssicherheit in den betroffenen Gemeinden aufrecht zu erhalten".

Verkehrsteilnehmer "kooperativ und verständnisvoll"

Das Konzept wurde gemeinsam mit der Landesverkehrspolizei entwickelt. Primär dienen die Fahrverbote dazu, dass Durchreisende unabhängig ihrer Herkunft – der Ziel-, Quell- und Anrainerverkehr ist von den Fahrverboten ausgenommen – bei Staus nicht über die umliegenden Ortschaften ausweichen. Und dann die Ausweichrouten überlastet sind. In Kombination mit der Dosierampel sei es gelungen, "dass die Ortsdurchfahrten von Reutte, Pflach und Pinswang sowohl an den Samstagen als auch an den Sonntagen staufrei geblieben sind", hieß es in der Aussendung.

Das Fazit der Verkehrslandesrätin: "Seit Inkrafttreten der Sommerfahrverbote kam es zu keinen erheblichen Behinderungen bei den Ortsdurchfahrten in den betroffenen Gemeinden. Die Maßnahmen haben damit ihren Zweck erfüllt."

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Kontrolliert wurden die Fahrverboten von Polizeistreifen und beeideten Straßenaufsichtsorganen. "Insgesamt zeigten sich die zurückgewiesenen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer kooperativ und verständnisvoll“, sagt Günther Salzmann, stellvertretender Leiter der Verkehrsabteilung der Polizei Tirol.

Planungen für den Winter laufen

Nun seien die Planungen für die Wintermonate im Gange. Gemeinsam mit Experten sowie der Polizei werde man die Aufzeichnungen der vergangenen Fahrverbotswochenenden auswerten und analysieren. "In enger Zusammenarbeit mit der Landespolizeidirektion Tirol und den jeweiligen Bezirkshauptmannschaften wurden auf Basis der Erfahrungen des letzten Winters Konzepte ausgearbeitet, um an den neuralgischen Punkten in Tirol bei erhöhtem Verkehrsaufkommen schnellstmöglich zu handeln", erklärte Bernhard Knapp, Vorstand der Abteilung Verkehrsrecht des Landes, in einer Aussendung.

Laut Platter und Felipe könne man Corona-bedingt noch keine gesicherten Vorhersagen hinsichtlich des Verkehrsaufkommens im Winter treffen. "Dennoch bereiten wir uns vor, um im Bedarfsfall schnell reagieren und damit in betroffenen Regionen die Verkehrs-und Versorgungssicherheit aufrechterhalten zu können", kündigten beide unisono an.

Die im vergangenen Sommer erstmals praktizierten Tiroler Fahrverbote – auch im Bezirk Kufstein sowie bei Innsbruck – hatten gehörig Staub aufgewirbelt und unter anderem zu massiver Kritik aus Bayern und Deutschland geführt. Im Winter fanden sie schließlich ihre Fortsetzung. (TT.com, APA)

Abgewiesene Fahrzeuge pro Wochenende

1. und 2. August: 2.400 abgewiesene Fahrzeuge

8. und 9. August: 2.900 abgewiesene Fahrzeuge

15. und 16. August: 3.400 abgewiesene Fahrzeuge

22. und 23. August: 4.000 abgewiesene Fahrzeuge

29. und 30. August: 3.000 abgewiesene Fahrzeuge

5. bis 6. September: 3.800 abgewiesene Fahrzeuge

12. und 13. September: 4.300 abgewiesene Fahrzeuge


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