Rennhang in Sölden angegriffen, aber Schneedepots liegen bereit

Heute in einem Monat startet der alpine Ski-Weltcup am Rettenbachferner. Vorausgesetzt, Tirol leuchtet nicht in Rot. Fans gibt es so oder so keine.

Lokalmatadorin Franziska Gritsch zeigte im Vorjahr als Siebente auf.
© gepa

Von Max Ischia

Sölden – Nicht zuletzt der Blick auf den Rennhang macht klar, dass der Frühherbst mit seinen spätsommerlichen Temperaturen ganze Arbeit geleistet hat. Im negativen Sinn. „Da wurde schon ganz schön am Schnee genagt“, sagt Rainer Gstrein. Der Sölder muss es wissen, fungiert er doch seit der Gletscher-Premiere 1993 als Rennleiter. Verunsichert ist er deshalb aber keineswegs, auch weil die stattlichen Schneedepots am Pistenrand bereits von den Vliesabdeckungen befreit wurden und bereit für die Präparierung des Rennhangs liegen. Noch ist es dafür freilich zu warm. Das trifft erst recht auf die Aktivierung der Schneekanonen zu.

Weil für Gstrein das Glas stets halbvoll und niemals halbleer ist, sieht er den kommenden Wochen gelassen entgegen – in festem Glauben, dass sich das nächste Tiefdruckgebiet mit kälteren Temperaturen bereits irgendwo zusammenbraut. Sobald das der Fall sein wird, rückt Pistenchef Isidor Grüner mit seinem Team aus, um den derzeit gesperrten Rennhang entsprechend zu präparieren.

Sölden betritt mit der Corona-Blase Neuland

Unvergleichlich größer ist die Ungewissheit, was die Corona-bedingte „Blase“ beim diesjährigen Weltcupauftakt mit sich bringt. „Ich vergleiche das auch ein bisschen mit der Premiere vor fast drei Jahrzehnten. Wir betreten diesmal wieder ein Stück Neuland.“ Fest steht, dass unter Ausschluss der Öffentlichkeit vier Kreise gebildet werden: Rennläufer und Betreuer, Organisation, Medien und ausgewählte Partner und Gäste. Jeder wird in dafür vorgesehenen Unterkünften untergebracht. Ein negativer Corona-Test ist quasi Grundvoraussetzung. Gstrein: „Es wird spannend: Allein die Organisation umfasst rund 400 Leute, die allesamt nicht zu Hause schlafen können.“

Sportlich betrachtet stehen die Gastgeber unter Zugzwang. Nach dem Rücktritt von Marcel Hirscher war Manuel Feller im Vorjahr als Zwölfter bester ÖSV-Fahrer, bei den Damen gab Lokalmatadorin Franziska Gritsch (7.) ein Zukunftsversprechen ab.

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