Musikpiraterie: „Stream-Ripping“ nimmt stark zu

Das sogenannte „Stream-Ripping“ findet vor allem auf YouTube statt. Auf dem zweiten Platz liegt Spotify.

Piraten klauen von Musik-Streams. Neben YouTube ist auch Spotify eine beliebtes „Jagdrevier“.
© Reuters

London, Köln – Beim „Stream-Ripping“ machen sogenannte Piraten Audioaufnahmen von Musik-Streams, um daraus ihre eigenen Offline-Kopien zu erstellen. Diese Form der Online-Piraterie hat sich zwischen 2016 und 2019 allein in Großbritannien um 1390 Prozent verstärkt. Das ergab eine umfassende Studie der Software-Firma Incopro im Auftrag von PRS for Music.

Incopro hat für die Studie Daten von über 17.000 Piraterie-Websites analysiert, darunter 100 der beliebtesten Seiten für Stream-Ripping. Diese Daten haben die Analysten mit einer ähnlichen Studie aus dem Jahr 2016 verglichen. Von den 50 populärsten Musikpiraterie-Seiten betreiben 80 Prozent Stream-Ripping. Im Jahr 2016 lag diese Zahl noch bei zwölf Prozent.

„Stream-Ripping“ vor allem auf YouTube

Piraterie durch sogenannte BitTorrent-Seiten(BitTorrent setzt nicht auf ein übergreifendes Filesharing-Netzwerk, sondern baut für jede Datei ein separates Verteilnetz auf.) kommt aufgrund von Geoblocking und stärkerer Regulierung durch Lizenzinhaber aus der Mode. Nur mehr sechs der 50 beliebtesten Anlaufstellen für Musikpiraten sind solche Websites. 2016 lag dieser Anteil noch bei 14. „Stream-Ripping“ findet vor allem auf YouTube statt. 70 der 100 beliebtesten Seiten stehlen Inhalte ausschließlich von der Videoplattform. Auf dem zweiten Platz liegt die Streamingplattform Spotify.

Durch die Coronavirus-Krise sind Live-Auftritte kaum noch möglich. “Stream-Ripping“ vergrößtert die dadurch den Künstlern entgangenen Lizenzgebühren noch zusätzlich. Haben doch schon vor der Pandemie Musikstreams etwa 20 Prozent der Einnahmen ausgemacht. (pte)

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte