Der Nebel rund um die Zukunft der DTM soll sich lichten

Boss Gerhard Berger kämpft um sein PS-Produkt und hofft an diesem Wochenende am Nürburgring endlich Antworten zu bekommen.

Das Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) hat eine (noch) undurchsichtig­e PS-Zukunft vor sich.
© imago images/HochZwei/Suer

Von Daniel Suckert

Innsbruck – Der Geduldsfaden von Gerhard Berger dürfte wohl bald reißen. Und man kann den zehnfachen Formel-1-Sieger nur verstehen. Der 61-Jährige muss mehr denn je um die Zukunft des Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) zittern. Mitt­e September ist noch keine Entscheidung für 2021 gefallen. An diesem Wochenende, beim zweiten Nürburgring-Gastspiel, sollten Antworten folgen.

„Die Entscheidung dauert leider einfach viel zu lange. Es muss jetzt zeitnah Klarheit herrschen, denn wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern“, redete Berger vor dem ersten Rennen am Samstag Tacheles. Zehn Rennen sind gefahren, acht stehen nur noch am Plan. Doch die Bekenntnisse von Audi und BMW für 2021 fehlen nach wie vor. Dabei hat ihnen Berger längst die möglichen Szenarien auf den Tisch gelegt.

📆 2. DTM-Gastspiel am Nürburgring

  • Programm, Samstag: Rennen (13.30 Uhr, Sat.1)
  • Programm, Sonntag: Rennen 2 (13.30 Uhr, Sat.1)
  • Meisterschafts-Wertung: 1. Müller (Audi) 205 Pkte, 2. Frijns (Audi) 176; weiters: 10. Auer (BMW) 36, 11. Eng (BMW) 31, 13. Habsburg (Audi) 19

Dadurch hängen auch 1000 Jobs weiter in der Luft, die der DTM-Tross an den Renn-Wochenenden mit sich führt. Dass die aktuelle Form der DTM nicht mehr so stattfinden wird, steht außer Frage. Eine billigere GT-Version ist ebenso eine Option wie eine Pause. Eine Auszeit will Berger aber mit aller Macht verhindern: „Das alles ist über Jahre mühsam aufgebaut worden. Das darf man nicht vernachlässigen.“

Auch die Zukunft von Lucas Auer hängt an jener des Tourenwagen-Masters. Der Kufsteiner konnte heuer trotz unterlegenem BMW ein Rennen gewinnen. Und es ist ja bereits allgemein bekannt, dass in der Formel E ein Platz bei BMW frei wurde. Auf den schielen allerdings auch andere Piloten wie der Salzburger Philipp Eng. Und würde die DTM 2021 eine Pause einlegen, wären da noch mehr Bewerber.

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Auers großes Plus sind der langfristige BMW-Vertrag und seine guten Ergebnisse. Egal, in welcher PS-Serie der letztjährige Red-Bull-Youngster teilnahm, Podestplätze waren immer dabei. Mit seinem „Grundspeed“ hat sich der Unterländer längst in die Blöcke der Experten geschrieben. Sportlich will Auer an dem zweiten Nürburgring-Wochenende in die Punkte fahren. Das war dem 26-Jährigen in der Vorwoche nicht vergönnt.


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