Keine Funkverbindung: Eurofighter fingen Jet über Osttirol ab

Zwei Abfangjäger aus Zeltweg flogen am Samstag kurz nach 12 Uhr im Zuge eines "Priorität Alpha"-Einsatzes mit Überschall nach Osttirol. Ein Jet hatte keine Funkverbindung.

Zwei Eurofighter des Bundesheeres im obersteirischen Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg (Archivfoto).
© APA

Wien, Toulouse – Weil ein Business-Jet Samstagmittag keine Funkverbindung zur zivilen Luftraumkontrolle hatte, wurde ein Alarmstart der Eurofighter-Rotte ausgelöst. Die beiden Abfangjäger flogen aufgrund der Entfernung mit Überschall nach Osttirol. Deren Überschallknall war im Raum Osttirol sowie im Gasteinertal zu hören. Nach der Kontaktaufnahme wurde der Einsatz beendet.

Der Alarmstart erfolgte um 12.06 Uhr, die Alarmrotte ist in Zeltweg stationiert. Es handelte es sich dabei um einen "Priorität Alpha"-Einsatz. Dabei werden unerlaubt in den österreichischen Luftraum einfliegende Luftfahrzeuge oder Flugzeuge, die ohne Funkkontakt sind, abgefangen und identifiziert. Um den Einsatzort schnell zu erreichen, flogen die beiden Eurofighter mit Überschall. Über Osttirol wurde mit dem Jet, der von Athen nach London unterwegs war, Kontakt aufgenommen. Dabei positioniert sich ein Eurofighter schräg hinter dem Flugzeug und der andere daneben, erläuterte Heeressprecher Michael Bauer auf APA-Anfrage. Dann wurde mit dem Piloten Verbindung aufgenommen und der Einsatz im Anschluss beendet.

Die Überschallknalle waren weithin zu hören. Vor allem in Gebirgstälern sind diese relativ weit und laut zu hören, sagte Bauer.

Zwischen 30 und 50 Einsätze im Jahr

"Priorität Alpha"-Einsätze gibt es laut Bauer zwischen 30 und 50 im Jahr. In diesen Fällen steigen die Eurofighter bewaffnet auf und nehmen Sichtkontakt mit den Flugzeugen auf. Einsätze mit Überschall sind "an sich eher selten", sie sind eben dann notwendig, wenn die Entfernung so groß ist, dass dies nur mit Überschall möglich ist, sagte der Bundesheersprecher. Einen solchen gebe es rund einmal im Jahr.

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Schall breitet sich in Luft mit 340 Meter pro Sekunde aus. Das sind etwa 1200 km/h und die Überschallgeschwindigkeit. Das bedeutet, dass ein Flugzeug schneller fliegt als der Schall sich ausbreitet. Nähert sich ein Flugzeug dieser Geschwindigkeit, kommt es zu Stoßwellen an der Maschine. Diese werden am Boden als Überschallknall wahrgenommen. Die Lautstärke ist unter anderem abhängig von der Flughöhe, der Geländestruktur und der Wetterlage. (APA)


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