Pressestimmen zum Pogacar-Triumph: „Spektakulär, aber nicht übernatürlich"

Die internationale Presse feierte Jungstar Tadej Pogacar nach seinem Sieg bei der Tour de France. Wie im Radsport mittlerweile üblich, schwang aber auch Skepsis mit.

Mit Maske und Gelbem Trikot: Tour-Triumphator Tadej Pogacar.
© ANNE-CHRISTINE POUJOULAT

GROSSBRITANNIEN

  • The Guardian: „Präsentationen maskierter Teams in Nizza, positiver Covid-19-Test für den Tour-Direktor...es war eine merkwürdige Tour, doch der Gewinner wirkt so, als ob er gekommen sei, um an der Spitze eines aufregenden jungen Nachwuchses von Radsportlern zu bleiben.“

ITALIEN

  • La Gazzetta dello Sport: „Sein Schicksal trägt Tadej in seinem Namen geschrieben, der so viel wie „tapferes Herz“ bedeutet. So gewann der junge Slowene aus Komenda, einem kleinen Dorf in Alta Carniola, die 107. Tour de France. Mit Herz und Klasse rächte er sich an dem Wind, der sein Feind gewesen war, und dann kippte er die Tour und täuschte die Stoppuhr auf den 36 Kilometern von Lure bis zur Planche des Belles Filles. Diejenigen (Kilometer), die sein Leben für immer verändert haben.“

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DEUTSCHLAND

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Mit Urgewalt entreißt Tadej Pogacar seinem slowenischen Landsmann Primoz Roglic noch den Sieg. Der 20 Jahre alte (sic!, Anm.) Tour-Neuling ist ein Alleskönner seines Sports. (...) Roglic hat bei den großen Landesrundfahrten nun einen dritten (Giro), einen zweiten (Tour) und einen ersten Platz (Vuelta) zu bieten. Doch dass der kühl kalkulierende Rechner auf dem Rad den sicher geglaubten Tour-Sieg an den mit heißem Herzen fahrenden Pogacar verloren hat, wird ihm noch lange nachhängen.“
  • Süddeutsche Zeitung: „Das, was sich am Samstag hinauf zur Planche des Belles Filles abspielte, erinnerte ein wenig an das 100-Meter-Rennen des Leichtathleten Usain Bolt bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. So unwirklich war der Auftritt, dass selbst leidenschaftliche Beobachter, die skeptische Einwände gemeinhin eher verscheuchen wollen, sich einmal fragen, ob und wie das noch alles mit rechten Dingen zugehen kann. Tadej Pogacar ist bisher weder positiv getestet noch sonstwie überführt worden (wie Bolt übrigens auch nicht). Gleichwohl ist es nicht die Zeit für bedingungsloses Staunen über einen 21 Jahre alten Wunderknaben, der mal eben die Konkurrenz zerlegt. Es ist die Zeit des Zweifelns, dafür haben Geschichte und Gegenwart des Radsports selbst gesorgt.“

SCHWEIZ

  • Neue Zürcher Zeitung: „Tadej Pogacar gewinnt die Tour de France – seine Leistungen sind spektakulär, aber nicht übernatürlich. Der Slowene sieht sich pauschalen Dopingverdächtigungen ausgesetzt. Das ist ungerecht, seine Leistungen halten kritischen Analysen stand.“

SPANIEN

  • Marca: „Tadej Pogaçar, es kann kein anderer sein. Champion der Tour, Träger des Gelben Trikots, obwohl er es während des gesamten Rennens nur an einem Tag, dem letzten, trug. Etappensieg in den Pyrenäen (Laruns), Alpen (Grand Colombier) und La Planche des Belles Filles mit einem Zeitfahren für die Geschichte der Tour de France. (...) Fantastisch. Bei wie vielen Touren kann dieser Junge mitmachen?“

📊 Die finalen Wertungen bei der Tour de France:

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