Fall Maddie: Ermittler haben offenbar Beweise für den Tod des Mädchens

Gegen den Verdächtigen aus Deutschland im der verschwundenen Madeleine McCann wird wegen des Verdachts einer jungen Irin im Jahr 2004 an der Algarve ermittelt. Unterdessen hat der Staatsanwalt Hans Christian Wolters in einem Fernsehinterview angedeutet, dass es Beweise für Maddies Tod gebe.

Madeleine McCann (Maddie) verschwand am 3. Mai 2007 in Praia da Luz.
© STRINGER / POOL / AFP

Braunschweig/London/Lissabon – Madeleine MacCann, das kleine britische Mädchen, das seit 2007 in Portugal verschwunden ist, dürfte tot sein. Darauf deuten zumindest die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig hin, wie Staatsanwalt Hans Christian Wolters in einem Fernsehinterview bestätigte. Dem portugiesischen Sender RTP sagte Wolters, dass es "materielle Beweise" für den Tod der kleinen Britin gebe.

Auf die Frage der Interviewerin, welche Beweise das seien, antwortet der Staatsanwalt: "Zu den Sachen, die wir haben, kann ich nichts sagen." Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt seit Juni 2020, als der Mordverdacht gegen den Deutschen Christian B. bekannt wurde. Der derzeit wegen eines anderen Delikts in Haft sitzende Mann lebte zwischen 1995 und 2007 an der Algarve unweit des Ortes, an dem Maddie MacCann verschwand. Er ist mehrfach wegen diverser Sexualdelikte vorbestraft.

Ermittlungen wegen Vergewaltigung

Gegen den im Fall Maddie beschuldigten Deutschen haben Strafverfolger weitere Ermittlungen aufgenommen. Ein mögliches Opfer habe sich nach dem Zeugenaufruf in mehreren Ländern bei britischen Medien gemeldet, sagte Hans Christian Wolters von der Staatsanwaltschaft Braunschweig am Montag. Es werde inzwischen wegen des Verdachts der Vergewaltigung einer jungen Irin im Jahr 2004 an der Algarve ermittelt, bestätigte er.

Über das weitere Verfahren gegen den 43-Jährigen hatte zunächst die Braunschweig Zeitung berichtet. Anfang Juni hatten das Bundeskriminalamt (BKA) und die Staatsanwaltschaft Braunschweig gemeinsam mitgeteilt, dass sie im Fall der vermissten Britin Madeleine McCann gegen den Deutschen wegen Mordverdachts ermitteln. Ein Zeugenaufruf, zu dem ein Beitrag in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" lief, löste Reaktionen und Hinweise in mehreren Ländern aus.

Die deutsche Polizei hat ein Grundstück umgegraben, auf dem der Verdächtige gelebt hat, in der Hoffnung, weitere Beweise im Fall der verschwundenen Maddie MacCann zu finden.
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Vor mehr als 13 Jahren war Madeleine "Maddie" McCann kurz vor ihrem vierten Geburtstag im portugiesischen Praia da Luz verschwunden – der Fall sorgt bis heute weltweit für Aufsehen. Der Verdächtige sitzt derzeit in Kiel wegen Drogenhandels in Haft. Zum Stand der Ermittlungen im Fall Maddie sagte Staatsanwalt Wolters am Montag, es gebe keinen neuen Stand: Gegen den Beschuldigten bestehe auch weiterhin ein "beweisgestützter Verdacht" des Mordes.

Der Anwalt des Mannes sagt unterdessen gegenüber der britischen The Sun, dass er Beweismaterial habe, das seinen Mandanten entlasten würde. Dieses sei erheblich, kündigte der Anwalt an. Wenn er die Informationen offenlege, würden "alle vom Stuhl kippen", kündigte er an. (TT.com/APA/dpa)


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