Gewerkschaften erhöhen Druck für bezahlte Masken-Pausen

Aufgrund der ansteigenden Corona-Infektionen müssen wieder vermehrt Arbeitnehmer ihrer Tätigkeit mit einer Maske nachgehen. Die Gewerkschaft fordert daher eine bezahlte Pause. Die Wirtschaftskammer spricht sich dagegen aus, das sei zu teuer.

Der ÖGB verweist auf die vielen Betroffenen, die körperlich anstrengende Arbeiten verrichten - wie zum Beispiel Friseure.
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Wien – Die Gewerkschaften GPA-djp und vida erhöhen den Druck bei der gesetzlichen Verankerung von bezahlten Maskenpausen für Beschäftigte. "Die aktuellen Rückmeldungen aus den Betrieben bestätigen, dass ein Recht auf eine 15-minütige Maskenpause von den Betroffenen dringend gewünscht wird", so GPA-djp-Vorsitzende Barbara Teiber.

"Maskenpflicht braucht Maskenpause“, fordert auch Tirols ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth.

Mit der Schaffung einer gesetzlichen Regelung kann die Politik einen wirksamen Schritt für eine konkrete Verbesserung der Arbeitsbedingungen leisten.
GPA-djp-Vorsitzende Barbara Teiber

Die Arbeitgeber hätten aber den Mitarbeitern bisher die kalte Schulter gezeigt. Der Verweis auf angeblich vorhandene betriebliche Regelungen gehe ins Leere. Die Parteien können im Nationalrat unter Beweis stellen, ob sie auf der Seite der "Corona-Heldinnen" stehen und mehr für sie übrighaben als verbale Unterstützung und Applaus, so Teiber.

"Es ist eine Frage der Fairness"

ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth
© ÖGB

Tirols ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth verweist auf die vielen Betroffenen, die körperlich anstrengende Arbeiten verrichten - wie zum Beispiel Friseure, die den ganzen Tag stehend Haare schneiden, färben und mit einem heißen Fön hantieren. "Egal ob im Tourismus, in der Dienstleistung, bei den Sozialen Diensten oder in der Reinigung und Bewachung - es ist eine Frage der Fairness", so Wohlgemuth.

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Für diese Beschäftigten fordert regelmäßige, bezahlte Pausen. „Einerseits um kurz durchatmen zu können, andererseits um den Mund-Nasen-Schutz wechseln und so besseren Schutz gewährleisten zu können“, so Wohlgemuth.

Es gehe hier auch um Respekt gegenüber denjenigen, die sich nicht ins sichere Home-Office zurückziehen konnten, sondern das Land am Laufen gehalten haben. Klatschen allein reiche nicht.

Wirtschaftskammer: es braucht "kein gesetzliches Korsett"

Die Wirtschaftskammer (WKÖ) spricht sich weiter gegen bezahlte Masken-Pausen für die Beschäftigten aus. "Maskenpausen funktionieren in der betrieblichen Praxis gut - und das auch ohne gesetzliches Korsett", so Handelsobmann Rainer Trefelik. Wären die Pausen verpflichtend, würde das alleine dem Lebensmittelhandel 20 Mio. kosten.

Trefelik verweist auf "zahlreiche Alternativen" zur Maske wie etwa Schutzwände im Kassenbereich oder Visiere. "Die Plexiglas-Abtrennungen und ruhigere Momente machen ein kurzes Absetzen zwischendurch immer wieder möglich", so der Handelsobmann in einer Reaktion auf die Forderung der Gewerkschaften nach bezahlten Maskenpausen für die "Helden des Alltags". (TT.com, APA)


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