Arzt Mark S. wollte nach Skandal im Radsport keine deutschen Sportler dopen

Das erklärte die mitangeklagte Helferin Diana S. im Dopingprozess am Dienstag in München und bezog sich dabei auf frühere Plaudereien mit dem Arzt.

Gefrorene Blutbeutel, Spritzen, Wachstumshormone sowie eine Blutzentrifuge wurden in der Garage des Doping-Arztes festgestellt.
© zollfahndung münchen

München - Der Erfurter Mediziner Mark S. hat nach Darstellungen seiner früheren Helferin wegen der Erfahrungen als Teamarzt im Radsport keine deutschen Athleten dopen wollen. Das sagte die mitangeklagte Diana S. im Dopingprozess am Dienstag in München und bezog sich dabei auf frühere Plaudereien mit dem Arzt.

Er habe ihr von seiner Zeit im Radsport berichtet. Mark S. war früher Teamarzt beim Radrennstall Gerolsteiner und dem Nachfolgeteam Milram. Das Team Gerolsteiner wurde 2008 nach zwei Doping-Skandalen aufgelöst. Später überführte Rennfahrer hatten dem Mediziner vorgeworfen, von jenen Manipulationen gewusst und sie teilweise sogar selber durchgeführt zu haben. Er stritt das bisher ab.

"Alles gemacht, was möglich war"

Mark S. habe seinen mutmaßlichen Komplizen keine Details von früher erzählt und auch generell nur über die Vergangenheit gesprochen, wenn er an Abenden alkoholisiert gewesen war, hatte Diana S. bei einer Vernehmung der Ermittler gesagt, aus der am Dienstag zitiert wurde. Der Arzt berichtete demnach, dass er früher "alles gemacht habe, was möglich war". Konkret nachgefragt habe Diana S. daraufhin aber nicht. "Es hat mich auch nicht interessiert", sagte die 50-Jährige.

Dem in Haft sitzenden Hauptangeklagten werden fast 150 Dopingdelikte vorgeworfen. Er äußerte sich in dem Prozess vor dem Landgericht München II bisher nicht, will aber noch eine Aussage machen. (APA/dpa)

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