Afghanische Polizei beschlagnahmt Dutzende "Schießkugelschreiber"

Sehen aus wie Stifte, sind aber Schusswaffen: Die Polizei hob in Afghanistan ein Lager mit Schießkugelschreibern und anderen Waffen aus.
© APA/AFP

Kabul – Afghanische Polizisten haben ein Lager mit sogenannten Schießkugelschreibern entdeckt, die bei Anschlägen in Kabul zum Einsatz gekommen sein sollen. Die Waffen sähen aus wie Klickkugelschreiber, sagte ein Vertreter der Kabuler Kriminalpolizei am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. "Der Schütze steckt die Kugel in die Kartusche, zielt und klickt auf den Druckknopf, um die Kugel abzufeuern."

Schießkugelschreiber sind zylindrische und einläufige Schusswaffen. Weil sie wie Kugelschreiber aussehen, können sie oft unbemerkt mitgeführt werden. Vergangenes Wochenende fand die Polizei in Kabul 48 solcher Schießkugelschreiber, als sie ein Versteck mit verschiedenen Waffen aushob.

Auch Kleb-Bomben gefunden

In dem Waffenlager befanden sich auch mehrere sogenannte Kleb-Bomben, mit denen in den vergangenen Monaten immer wieder Anschläge in Kabul verübt wurden. "Terroristen" hätten vorgehabt, die Waffen für Angriffe auf komplexe Ziele in der afghanischen Hauptstadt zu nutzen, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Tarik Arian.

Laut dem Vertreter der Kabuler Kriminalpolizei wurden in der afghanischen Hauptstadt in den vergangenen sechs Monaten mehr als 40 Menschen bei gezielten Attentaten getötet, darunter Friedensaktivisten, Wissenschaftler und Regierungsmitarbeiter. Mehrere dieser Anschläge könnten dem Polizeivertreter zufolge mit Schießkugelschreibern verübt worden sein.

Die Polizei machte Gruppen, die mit den Taliban in Verbindung stehen sollen, für die Attentate verantwortlich. Die radikalislamischen Aufständischen stritten eine Beteiligung an den Tötungen ab.

Die Taliban befinden sich derzeit in Friedensgesprächen mit der afghanischen Regierung. Die von den USA unterstützten Verhandlungen in Doha sind ein Meilenstein in dem 19-jährigen Konflikt, in dem zehntausende Menschen getötet und Millionen vertrieben wurden. (APA/AFP)


Schlagworte