Österreich bewirbt sich um Standort für Klima-Überwachungsdienst

Wegen des Brexits benötigen diese derzeit in Reading (Großbritannien) angesiedelten Dienste innerhalb der EU einen neuen Standort.

Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) bemüht sich um die Ansiedlung des ECMWF in Österreich.
© APA/Gindl

Wien – Österreich bewirbt sich um den Standort der Klimawandel- und Atmosphärenüberwachungsdienste des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF). Wegen des Brexits benötigen diese derzeit in Reading (Großbritannien) angesiedelten Dienste innerhalb der EU einen neuen Standort. Der Ministerrat verabschiedet am Mittwoch die offizielle Bewerbung. Mit einer Entscheidung ist Mitte Dezember zu rechnen, zehn Ländern haben Interesse an einer Ansiedlung bekundet.

Das European Center for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF) mit Sitz in Reading ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, die von 34 Staaten, darunter Österreich, getragen wird. Die Vorhersagen des Zentrums bilden das Kernstück der meisten Wetterprognosen in Europa.

Zu den Aufgaben des ECMWF zählt auch der Betrieb von zwei Diensten des Erdbeobachtungsprogramms "Copernicus" der EU und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Bei diesen beiden Diensten, die mit rund 65 Mio. Euro pro Jahr über den EU-Haushalt finanziert werden, geht es um die Überwachung des Klimawandels sowie der Atmosphäre inklusive CO2-Monitoring.

Ansiedlung würde 250 Experten nach Österreich bringen

"Die beiden Copernicus-Dienste liefern die weltweit besten Fakten zum Zustand des Klimas und der Atmosphäre, tragen wesentlich zum Klimaschutz bei und unterstützen Anpassungsstrategien und konkrete Maßnahmen", betonte Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) in einem der APA übermittelten Statement. Eine Ansiedelung würde nicht nur 250 Experten nach Österreich bringen, sondern auch volkswirtschaftlichen Nutzen und internationales Renommee als Klimaschutz- und Forschungsstandort.

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Wissenschaftsminister Heinz Faßmann (ÖVP) verweist auf die "exzellenten universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Bereich Klima- und Umweltbeobachtung in Österreich", das Internationale Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien sowie international erfolgreiche Erdbeobachtungsunternehmen. Damit besitze man "ausgezeichnete wissenschaftliche Voraussetzungen und Kooperationsmöglichkeiten". (APA)


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