Quintana nach Polizei-Aktion bei Tour de France: "Habe nichts zu verbergen"

Nach einer Doping-Razzia bei der Tour de France meldet sich Nairo  Quintana erstmals zu Wort - und verteidigt sich. Zwei Verdächtige werden in der Nacht zum Mittwoch wieder freigelassen.

Nairo Quintana weist alle Anschuldigungen von sich.
© DAVID STOCKMAN via www.imago-images.de

Marseille - Der kolumbianische Teamkapitän Nairo Quintana hat sich nach einer Razzia bei seinem Radsportteam Arkea-Samsic noch während der Tour de France und der Aufnahme von Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Marseille verteidigend zu Wort gemeldet. „Die Behörden betraten mein Zimmer und beschlagnahmten völlig legale Vitaminpräparate, obwohl sie den französischen Behörden vielleicht nicht bekannt waren“, hieß es in einer Mitteilung Quintanas.

Dies sei der Hauptgrund, warum es Zeit brauche, um alles, was passiert ist, aufzuklären. „Um jeden Zweifel zu vermeiden, möchte ich bestätigen, dass nie Dopingsubstanzen gefunden wurden“, betonte der frühere Sieger des Giro d‘Italia und der Vuelta a Espana. Am Tag der Königsetappe zum Col de la Loze am vergangenen Mittwoch war der französische Rennstall ins Visier der Ermittler geraten. Im Teamhotel in der Nähe von Meribel wurden Medien zufolge auch Hinweise auf Doping entdeckt.

Der französische Radrennstall Arkea-Samsic hat im Zusammenhang mit der Razzia im Teamhotel während der Tour de France die Anhörung von zwei Fahrern durch die Polizei bestätigt. Die beiden Radprofis seien als Zeugen befragt worden und hätten anschließend nach Hause gehen können, verlautbarte Arkea-Samsic am Mittwoch mit. Namen wurden nicht genannt.

Die Staatsanwaltschaft Marseille teilte indes mit, dass die Untersuchung weiterlaufe. Es seien weitere Ermittlungen und Vernehmungen geplant.

Ein Arzt und ein Betreuer waren in Polizeigewahrsam und kamen erst in der Nacht zum Mittwoch wieder auf freien Fuß. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Marseille. Die Staatsanwaltschaft hatte zu Wochenbeginn Vorermittlungen zur Prüfung der Vorwürfe eingeleitet.

Bei Vorermittlungen wird geprüft, ob an den Vorwürfen etwas dran ist. Quintana bekräftigte, dass er vor der Staatsanwaltschaft erschienen sei und alle Fragen „mit gutem Gewissen“ beantwortet habe. Er sei Zeit seines Lebens ein sauberer Fahrer gewesen und habe „nichts zu verbergen“, versicherte der 30-Jährige, der in seiner Laufbahn drei Etappen bei der Tour für das Movistar-Team gewonnen hat. Bei der diesjährigen Ausgabe hatte er nach Sturzverletzungen nur Gesamtrang 17 belegt.

"Werde die Wahrheit verteidigen"

„Ich werde - ohne Angst - weiterhin stark sein, ich werde die Wahrheit verteidigen, und ich werde meinen Weg fortsetzen, auch wenn die Menge manchmal eine andere Richtung einschlägt“, schrieb der Kolumbianer. Den Verdächtigen drohen maximal Strafen von fünf Jahren Haft und Geldbußen von 75.000 Euro, hieß es bereits von den Ermittlern.

Arkea-Teammanager Emmanuel Hubert hatte seinen Profis Unterstützung zugesichert, für den Fall illegaler Praktiken jedoch sofortige Konsequenzen angekündigt. „Natürlich stehen wir hinter unseren Fahrern, aber sollten die Untersuchungen tatsächlich Dopingpraktiken bestätigen, würde sich das Team umgehend von solchen Handlungen distanzieren und ohne abzuwarten die notwendigen Maßnahmen ergreifen“, hatte Hubert gesagt. Quintana war erst zu dieser Saison nach vielen Jahren bei Movistar zum französischen Rennstall gewechselt. (APA/dpa)


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