Deutsche Reisewarnung für Vorarlberg, Belgien setzt Tirol auf rote Corona-Liste

Die Niederlande beschränken sich auf Innsbruck, Belgien verhängt hingegen für ganz Tirol eine Reisewarnung. Bange Blicke gehen nach Deutschland.

Gestern hat Belgien die Reiseampel für ganz Tirol auf Rot geschaltet. Die Reisewarnungen sorgen für Unverständnis.
© Vanessa Rachlé

Innsbruck – Nachdem die Niederlande am Dienstag eine Reisewarnung für die Landeshauptstadt Innsbruck verhängt haben, kam der gestrige Schritt aus Brüssel nicht überraschend. Einzig, dass ganz Tirol auf die rote Liste Belgiens gesetzt wurde, verwundert. Neben Tirol trifft es Vorarlberg und Wien. Die Reisewarnung gilt ab Freitag und rückwirkend für 14 Tage in der Bundeshauptstadt. Bei der Rückkehr nach Belgien sind ein Corona-Test und eine 14-tägige Quarantäne verpflichtend. In den vergangenen sieben Tagen haben durchschnittlich rund 7000 belgische Gäste Tirol besucht.

"Jede Reisewarnung schmerzt, weil vom Tourismus in Tirol unzählige Arbeitsplätze abhängig sind. Aktuell ist positiv, dass die Tendenz bei den Infektionszahlen der letzten Tage rückläufig ist. Unser Ziel bleibt, die Zahlen weiter zu senken", erklärt LH Günther Platter in einer ersten Reaktion zur Reisewarnung Belgiens.

Als einziges österreichisches Bundesland bleibt Kärnten von Maßnahmen verschont, denn bei einem Aufenthalt in Oberösterreich, Salzburg, Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland empfehlen die belgischen Behörden nämlich einen Test sowie ebenfalls eine Absonderung von bis zu 14 Tagen.

Die Reisewarnungen führen zu massiven Verunsicherungen in der Tiroler Tourismusbranche, schließlich steht in wenigen Wochen die Wintersaison bevor. Auf den Gletschern beginnt sie. Und seit Tagen steht die bange Frage im Raum, wie Deutschland reagieren wird. Berlin warnt schon seit der Vorwoche vor Reisen nach Wien und hat Tirol ebenfalls auf dem Radar. Die Befürchtung, dass Deutschland den Niederlanden und Belgien folgt, ist bei LH Günther Platter da. Möglichen Beschränkungen will das Land deshalb mit Infektionszahlen von ausländischen Gästen entgegentreten. Die sind trotz generell steigender Ansteckungen in Tirol minimal.

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Vorarlberg erwischte es am Mittwoch. Auf Basis der Bewertung des Robert Koch-Instituts gilt das Ländle seit gestern in Deutschland als Risikogebiet. (TT, pn)


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