Schaumgebremster Saison-Start mit nur 50 Zuschauern

Schreck vor Auftakt: positiver Test in Herren-Bundesliga. Die zwei Tiroler Volleyball-Erstligistinnen starten also in eine ungewisse Saison.

Nadia Brindlinger serviert – als neue Kapitänin des VC Tirol und mit ihrer Mannschaft ab morgen wieder in der Bundesliga.
© gepa

Innsbruck – „Wir haben vorher getestet und nachher und alles ist gut“, sagt VC-Tirol-Obfrau Therese Achammer. Mit ihren 78 Jahren hat die Innsbruckerin schon einiges erlebt, doch die morgen gegen Salzburg (Landessportcenter, 18 Uhr) beginnende Saison stellt auch sie vor vollkommen Neues: Abstandsregeln, Testungen, Zuschauerbeschränkungen. „Aufgrund der Situation haben wir uns entschlossen, die Tribüne nur für 50 unserer Abonnenten zu öffnen“, erklärt Achammer.

Beim Alten bleibt indes das erklärte Saisonziel. „Top vier“, lautet erneut die Vorgabe der Obfrau, „dann dürften wir auch international spielen, das wäre ein großer Anreiz für unsere jungen Spielerinnen.“ Der VCT hofft also, sich in eine Reihe zu stellen mit Meister und Cupsieger Linz, Herausforderer Graz sowie Sokol oder auch Klagenfurt. „Aber wir werden sehen, wie die Saison läuft“, wägt sie ab.

Bei einem positiven Test werden die Spiele der Betroffenen verschoben, so wie jetzt jene der Wörthersee-Herren. Achammer schnauft schon mal durch: „Ich hoffe, wir bleiben alle gesund.“

TI-Manager Falkner: "Werden Corona eins auswischen"

Neuer Name, neue Saison: Seit nunmehr elf Jahren verlosen die TI-Volleyballerinnen ihren Namen unter den Sponsoren. Heuer tritt man somit als TI-abc-fliesen-volley auf. Die Begeisterung, nach der Corona-Pause wieder spielen zu dürfen, ist groß. Dass Trainingslager und Vorbereitungsturniere mit Fiebermessungen und Tests ohne einen positiven Corona-Fall abliefen, erfüllt Manager Michael Falkner mit Stolz, doch: „Es ist schon irre, was da abgeht.“ Zu schaffen macht vor allem die strikte Abgrenzung zwischen erster und zweiter Liga. Nach dem Aufstieg der TI 2 aus der Landesliga wäre ein Hin- und Herwechseln der jungen Spielerinnen geplant gewesen. Falkner erklärt: „Das ist jetzt nicht mehr möglich, weil die zweite Liga nicht als Spitzen-, sondern Breitensport eingeordnet wird.“

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Women Volley League, die Tiroler Klubs

VC Tirol, Kader: Nadia Brindlinger (Kapitänin), Viktoria Goger, Weeda Krassnig, Anna Labanovska (LAT), Maja Lasic (BIH), Claire Mackenzie (CAN), Anna Lisa Nosko, Jessica O’Connor, Laura Parts (EST), Lea Penz, Eva Stabentheiner, Sabrina Zigler; Trainer: Facundo Mornado; 1. Spiel: Samstag, 18 Uhr (Landessportcenter) VC Tirol – Salzburg.

TI-abc-fliesen-volley, Kader: Martyna Walter (Kapitänin), Theresa Beer, Elisa Caria, Natalie Lexer, Julia Kröpfl, Leonie Lasser, Aria Andrievskaia (ROM), Braedyn Tutton (CAN), Christina Plattner, Isabella Pleninger, Verena Janka, Miyriam Robitaille (CAN); Trainer: Roe Hernandez. 1. Spiel: Samstag, 19 Uhr UVC Graz – TI-Volley.

Mit Zielen hält sich der Manager zurück. Außer vielleicht, einen der acht Startplätze (heuer wieder aufgestockt) im Play-off zu ergattern. Und noch ein anderes Vorhaben: „Wir werden Corona eins auswischen und uns davon nicht unterkriegen lassen.“ (sab)

Ein Neustart und auch Bewährtes

Die Alpenvolleys sind seit März Geschichte, die ehemaligen Spieler längst weg: Niklas Kronthaler und Florian Ringseis wechselten etwa nach Bühl (1. deutsche Liga), Douglas da Silva beendete seine Karriere – Cannes, Nizza oder Lissabon lauten andere neue Adressen. Also, keiner mehr da? Mitnichten: Trainer Stefan Chrtiansky und auch Aufspieler Danie­l Koncal (SVK) blieben und erweitern das alte Hypo Tirol Volleyballteam mit Neuem – in der zweiten Bundesliga. Ihr Alltag heißt jetzt nicht mehr Friedrichshafen, sondern diesen Samstag Salzburg (USI, 16 Uhr, freier Eintritt, 110 Zuschauer erlaubt). „Wir wollen Spaß haben, das Ergebnis ist zweitrangig“, sagt Chrtiansky. Spieler Koncal, mit 38 Jahren rechnerisch Vater vieler seiner neuen Kollegen, freut sich jedenfalls: „Die Jungen haben richtig Ehrgeiz.“

Für einen anderen Kollegen spielen die prominenten Zugänge beim Liga-Konkurrenten eine geringere Rolle. „Es ist mir egal, ob der Gegner Hypo 1 oder Hypo 2 ist, das ändert meine Wirklichkeit nicht“, sagt VC-Mils-Trainer Tom Schroffenegger. Seine heißt zum Ligaauftakt ohnehin St. Pölten (Samstag) und Bisam­berg (Sonntag). Das Milser Saisonziel gleicht jenem der Hypo-Herren: gutes Volleyball zeigen. (sab)


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