Anstieg der Covid-Todesfälle auf eine Million steht bevor

Neun Monate nach den ersten Berichten über die zunächst mysteriöse Lungenerkrankung steht die Welt kurz davor, die Schwelle von einer Million bestätigten Corona-Toten zu überschreiten.

Helfer in Indien bereiten die Beerdigung eines Corona-Toten im Mai vor.
© SAJJAD HUSSAIN

Wien – Ende Dezember 2019 wurden erstmals Fälle einer durch Viren ausgelösten Lungenentzündung in der chinesischen Stadt Wuhan bekannt, am 11. Jänner 2020 meldete China ein erstes offizielles Todesopfer durch das neuartige Coronavirus. Neun Monate nach den ersten Berichten über die zunächst mysteriöse Lungenerkrankung steht die Welt kurz davor, die Schwelle von einer Million bestätigten Corona-Toten zu überschreiten.

1000 Todesopfer im ersten Monat

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 breitete sich rasch in China aus. Innerhalb eines Monats meldete das Land 1000 Todesfälle - mehr, als während der 2002 bis 2003 in Asien aufgetretenen Atemwegserkrankung Sars mit 774 Toten insgesamt registriert worden waren.

Länder außerhalb Chinas waren zunächst kaum betroffen. Am 2. Februar meldeten dann die Philippinen einen ersten Fall, zwei Tage später folgte Hongkong, am 13. Februar wurde ein erster Fall in Japan gemeldet, einen Tag später gab es die erste Meldung aus Frankreich.

Fiebermessen in Wuhan im Januar 2020.
© HECTOR RETAMAL

"Schwarzer April" in Europa und den USA

Im Februar nahm die Zahl der Infektionen rasant zu. Bis 11. März, als die Weltgesundheitsorganisation WHO die Ausbreitung des Virus zur Pandemie erklärte, wurden weltweit 4500 Todesfälle in 30 Ländern registriert. Zwei Drittel der Fälle waren in China, aber auch in Italien und dem Iran schnellten die Infektionszahlen in die Höhe, auch hier wurden bald erste Todesopfer gemeldet.

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Bis Mitte April stieg die Zahl der in Europa und den USA pro Tag gemeldeten Infektionen auf mehr als 4000 an, die der Todesfälle auf durchschnittlich 2700 pro Tag.

Weltweit stieg die Zahl der Todesopfer bis 19. April auf knapp 170.000, doppelt so viel wie Ende März.

Särge in einer Kirche in der Lombardei Ende März.
© PIERO CRUCIATTI

Südamerika als neues Epizentrum

Im Juni verschob sich das Epizentrum der Pandemie nach Südamerika und in die Karibik. Zwischen Mitte Juli und Mitte August wurden aus der Region durchschnittlich mindestens 2500 Todesopfer gemeldet. Brasilien wurde das Land mit der zweithöchsten Opferzahl nach den USA. Gemessen an der Zahl der Toten umgerechnet auf die Bevölkerungszahl gehören Peru, Bolivien, Brasilien, Chile und Ecuador bis heute zu den am stärksten betroffenen Ländern weltweit.

Zweite Welle?

Seit Mitte April, als die Zahl der täglichen Todesopfer in Asien bei unter 100 lag, nehmen die Zahlen der Corona-Toten in der Region stetig zu. Derzeit bewegt sich der Kontinent auf eine Zahl von 1500 Todesopfern pro Tag zu. Am stärksten betroffen ist dabei Indien.

Auch in Europa steigen die Infektionszahlen wieder und wecken die Angst vor der zweiten Pandemie-Welle. Die Zahl der Neuinfektionen in dieser Woche liegt rund 20 Prozent über der in der vergangenen Woche, die Zahl der Todesopfer stieg um 28 Prozent auf 614.

Afrika und Ozeanien bisher weitgehend verschont

Laut den amtlichen Statistiken ist Afrika bisher deutlich weniger betroffen als andere Kontinente. Nach einem Stand von rund 400 Todesfällen pro Tag Anfang August gingen die Zahlen in Afrika auf weniger als 200 pro Tag Mitte September zurück.

In Ozeanien wurden seit Beginn der Pandemie sogar nie mehr als im Durchschnitt zwei Dutzend Todesopfer pro Tag registriert. (APA/AFP)


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