„War die reinste Tortur": Frankreichs meist tätowierter Mann ist Volksschullehrer

Sein Körper ist ein Gesamtkunstwerk: Fast 60.000 Euro hat der Franzose Sylvain Hélaine investiert, um sich von Kopf bis Fuß tätowieren zu lassen. Von Nachahmungen rät der Grundschullehrer aber ab.

Sogar die Augen von Sylvain Hélaine sind tätowiert.
© CHRISTOPHE ARCHAMBAULT

Von Riwan Marhic, AFP

Paris – Wenn Sylvain Hélaine zum ersten Mal als Lehrer vor eine neue Klasse tritt, herrscht oft ungläubige Stille. „Aber wenn ich mich vorstelle und sie sehen, dass ich ein Lehrer wie alle anderen bin, ist es cool", sagt der 35-Jährige. Helaine ist Grundschullehrer in Palaiseau bei Paris – und Frankreichs meist tätowierter Mann. Praktisch kein Teil an seinem Körper ist natürlich belassen; selbst die Zunge und das Weiße in seinen Augen hat er mit der Nadel traktieren lassen.

Inzwischen ist „Freaky Hoody", wie sein Künstlername lautet, in der Welt der Tätowierten eine Berühmtheit.
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Das nachzuahmen, empfiehlt Hélaine allerdings nicht: „Das war die reinste Tortur – sie halten einem die Augen offen, und man spürt, wie die Nadel in das Weiße sticht", erzählt er. Zudem musste er eigens dafür in die Schweiz reisen, da dieser Eingriff im Auge in Frankreich verboten ist. Aber ohne das Tattoo habe er sich einfach „unvollständig" gefühlt, sagt er.

Für das Körper-Gesamtkunstwerk hat Hélaine nicht nur Schmerzen auf sich genommen: In den vergangenen acht Jahren hat er sich das Tätowieren auch rund 57.000 Euro kosten lassen – und bis vor drei Jahren bei seiner Mutter gelebt, weil er sich mehr von seinem Lehrergehalt nicht leisten konnte.

Auch die Zunge hat sich der Franzose tätowieren lassen.

Hélaine will auch Toleranz lehren

Inzwischen aber ist „Freaky Hoody", wie sein Künstlername lautet, in der Welt der Tätowierten eine Berühmtheit, und auch finanziell scheint sich seine Passion langsam auszuzahlen: „Model-Agenturen haben mich für Filme und Fernsehserien engagiert", erzählt der 35-Jährige stolz. Und bekannte Filmemacher hätten sich für ihn interessiert, darunter „Matrix"-Regisseurin Lana Wachowski.

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Von seinem Aussehen profitieren auch seine Schüler, findet Hélaine: „Die Kinder lernen, tolerant gegenüber anderen zu sein", sagt er. Er hofft, dass sie als Erwachsene „weniger rassistisch oder homophob" sein und „behinderte Menschen nicht anstarren werden, als wären sie eine Zirkusattraktion". Hélaines Schüler scheinen ihm Recht zu geben. „Niemand sollte ihn wegen seines Aussehens verurteilen", sagt die neunjährige Gayane. „Nur seine Augen sind unheimlich – er selbst ist sehr nett."

Auch die Filmbranche hat schon Interesse an Hélaine bekundet.
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