Tiroler Frauenlauf: 500 Athletinnen trotzten Wind, Wetter und Corona

500 statt 3000 Teilnehmer: Corona-Pandemie und Winterwetter schmälerten das Feld beim 10. Tiroler Frauenlauf. Dennoch überwog am Ende das Positive.

Die Teilnehmerinnen des Tiroler Frauenlaufs gingen in Startblöcken von bis zu 100 Athleten in 30-Minuten-Intervallen samt Mundschutz bei der Olympiaworld Innsbruck an den Start.
© kristen-images.com / Michael Kristen

Von Roman Stelzl

Innsbruck – Es ist an diesem Samstagnachmittag ruhig am Innsbrucker Eisring. Zu ruhig. Denn hier, wo sich Absperrbänder an Verbotsschilder und Corona-Hinweistafeln reihen, erlebt der seit Jahren so erfolgreiche Tiroler Frauenlauf ein Jubiläum, das sich so keiner gewünscht hatte.

Zuerst die Corona-Pandemie, dann sich immer ändernde, verschärfende Regeln und als Draufgabe pünktlich vor dem Renntag ein Wintereinbruch, der am Berg bis zu 50 Zentimeter Neuschnee brachte – viel schlimmer geht’s nimmer. Im Vorjahr liefen noch über 3000 Damen in Innsbruck mit – heuer waren es gut und gerne 500, die mit Mundschutz oder Schal ausgestattet in 100er-Blöcken alle 30 Minuten ins Rennen gingen.

Ganz nach dem Motto „Just running“ durfte der Spaß bei den Damen nicht zu kurz kommen.
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Organisator Alex Pittl sitzt inmitten eines dieser Startintervalle im kleinen Zelt, nippt an einem Cappuccino und blickt auf die verregneten Straßen vor der Olympiaworld. „Es wäre einfacher gewesen, das Rennen abzusagen. Aber das wollten wir nicht – und wenn man sieht und hört, was die Leute hier für eine Freude hatten, war es die absolut richtige Entscheidung“, schnauft der umtriebige Organisator, der sich schon vor zwei Wochen beim Innsbruck Alpine Trailrun Festival allen Widrigkeiten stellte.

Am Sonntag (ab 10 Uhr) folgt an selber Stelle der Innsbrucker Stadtlauf, der in der schwierigen Zeit mit dem Frauenlauf seine Kräfte bündelte und Kosten und Mühen kleiner hielt. Gemeinsam ist beiden das Motto „Einfach laufen“, auch wenn es bei den Tiroler Meisterschaften im Halbmarathon (12 Uhr) weniger einfach sein wird. Aber hier wie da ist es gelebte Liebe am Laufen. Und wenn es solche Events gibt, kann sie auch (aus-)gelebt werden.

Mundschutz und Zutritt nur für Läufer: Strenge Corona-Regeln begleiteten die Athleten auf Schritt und Tritt.
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