Ritsch (SPÖ) setzte sich in Stichwahl durch und wird Bregenzer Bürgermeister

Michael Ritsch wird damit der erste sozialdemokratische Bürgermeister von Bregenz seit 30 Jahren. Er gewann die Stichwahl gehen den amtierenden ÖVP-Bürgermeister Linhart mit 51,67 Prozent der Stimmen.

ABD0034_20200927 - BREGENZ - ÖSTERREICH: ZU APA0188 VOM 27.9.2020 - Der 52-jährige SPÖ-Politiker Michael Ritsch wird Bürgermeister der Vorarlberger Landeshauptstadt Bregenz. Er setzte sich am Sonntag in der Bürgermeister-Stichwahl mit 51,67 Prozent der Stimmen gegen den 60-jährigen amtierenden ÖVP-Bürgermeister durch. Im Bild: Michael Ritsch am Sonntag, 27, September 2020, in Bregenz. - FOTO: APA/ELISABETH GUT
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Bregenz – Der 52-jährige SPÖ-Politiker Michael Ritsch wird Bürgermeister der Vorarlberger Landeshauptstadt Bregenz. Er setzte sich am Sonntag in der Bürgermeister-Stichwahl mit 51,67 Prozent der Stimmen gegen den 60-jährigen amtierenden ÖVP-Bürgermeister Markus Linhart durch. Ritsch wird damit der erste sozialdemokratische Bürgermeister von Bregenz seit 30 Jahren.

Herausforderer Ritsch konnte in der Stichwahl 5.460 Stimmen (51,67 Prozent) für sich beanspruchen, der seit 1998 amtierende Bürgermeister Linhart 5.108 (48,33 Prozent) - ein Vorsprung von 352 Stimmen für Ritsch. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,85 Prozent - nach 50 Prozent im ersten Wahlgang. Ritsch und Linhart traten bei diesen Gemeindewahlen bereits zum vierten Mal in der Bürgermeister-Direktwahl gegeneinander an, nach 2005 standen sie sich heuer zum zweiten Mal in einer Stichwahl gegenüber.

Ritsch wird nun das dritte sozialdemokratische Stadtoberhaupt von Bregenz, wo von 1970 bis 1990 Bürgermeister der Sozialdemokraten regierten (Fritz Mayer von 1970 bis 1988, Norbert Neururer von 1988 bis 1990) und die Partei zeitweise die absolute Mehrheit innehatte.

Ritsch war diesmal mit 893 Stimmen Rückstand in die Stichwahl gegangen (3.532 zu 4.425 Stimmen; 8,72 Prozentpunkte Unterschied) - weit mehr als vor 15 Jahren, als Ritschs Rückstand im ersten Wahlgang lediglich 317 Stimmen betrug. Linhart behielt damals mit einem Stimmenanteil von 52,56 Prozent die Oberhand.

Ritsch von Wahlergebnis „überwältigt"

"Überwältigt" zeigte sich Michael Ritsch vom Ergebnis der Stichwahl. Koalition möchte Ritsch, wie bereits angekündigt, keine bilden. Sein Landtagsmandat wird er abgeben.

Er habe mit dem Ergebnis nicht gerechnet, so der sichtbar glückliche Wahlsieger, aber gehofft und es sich gewünscht. In den nächsten Jahren wolle er in Bregenz zeigen, was möglich sei – ohne Koalition in der Stadtvertretung: Er wolle mit allen auf Augenhöhe verhandeln, die jeweils beste Idee solle sich durchsetzen.

Das Amt des Vizebürgermeisters beanspruche er keinesfalls für die ÖVP, man werde Gespräche führen, und die Stadtvertretung werde dann seinen Stellvertreter bestimmen. Sein Landtagsmandat wird Ritsch abgeben – „Bürgermeister von Bregenz ist ein Full-Time-Job".

Der scheidende Bürgermeister Linhart bedankte sich „für 22 Jahre – Bregenz ist eine tolle Stadt, es war eine tolle Zeit und eine Freude, für die Bregenzer da sein zu dürfen". Das Ergebnis sei „so, wie es ist, zur Kenntnis zu nehmen", ob er weiter in der Gemeindepolitik tätig sein werde, habe er sich noch nicht überlegt, so der 60-Jährige.(APA)


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