Regierungskrise in Bolivien: Mehrere Minister ausgewechselt

Neben dem Wirtschaftsminister scheiden auch der Planungs- sowie der Arbeitsminister aus. Bolivien steht drei Wochen vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen.

Drei Wochen vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen hat Übergangspräsidentin Jeanine Áñez gleich drei Minister ausgetauscht.
© AFP

La Paz – Rund drei Wochen vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Bolivien hat Übergangspräsidentin Jeanine Áñez mitten in einer Regierungskrise drei Minister ausgewechselt. Der scheidende Wirtschaftsminister Óscar Ortiz sagte Medienberichten zufolge am Montag, Grund dafür seien Differenzen im Kabinett. Laut der bolivianischen Zeitung El Deber geht es dabei um die Rückprivatisierung eines zuvor teilverstaatlichten Energieversorgungsunternehmens. Neben Ortiz scheiden auch der Planungs- sowie der Arbeitsminister aus.

Bolivien kommt seit der Präsidentschaftswahl im Oktober 2019 nicht zur Ruhe. Der damalige Präsident Evo Morales musste auf Druck des Militärs zurücktreten. Ihm wurde Wahlbetrug vorgeworfen. Daraufhin übernahm eine Interimsregierung, die konservative Áñez sollte die Wahlen organisieren. Die für Mai angesetzte Präsidentschaftswahl musste dann verschoben werden und soll nun am 18. Oktober 2020 stattfinden. Die Anhänger des linksgerichteten Morales sowie seine Verbündeten in der Region sprechen von einem Putsch. Der Ex-Präsident lebt derzeit im Exil in Argentinien. Weil er keinen ständigen Wohnsitz in Bolivien hat, wurde ihm die Kandidatur für einen Sitz im bolivianischen Senat gerichtlich untersagt. Áñez zog ihre Kandidatur aus wahltaktischen Gründen zurück. (dpa)


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