Von Hochsommer bis Frühwinter: September 2020 war zu warm und zu nass

Der zu Ende gehende Monat hatte alles zu bieten: In Innsbruck wurden häufiger mehr als 25 Grad gemessen als im Juni, insgesamt war es deutlich wärmer als gewöhnlich. Gleichzeitig fiel auch jede Menge Regen und gegen Ende kündigte sich der Winter an.

Altweibersommer vom Feinsten und Schnee auf den Bergen: All das hatte der zu Ende gehende Monat zu bieten.
© Hechenblaickner/Moser

Innsbruck – Der September 2020 hat sich als typischer Übergangsmonat mit jede Menge Abwechslung entpuppt: Sowohl hochsommerliche 30 Grad als auch erste weiße Winterboten waren dabei, insgesamt fällt der Monat zu warm und zu nass aus. Das berichten der Wetterdienst Ubimet sowie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Häufiger 25 Grad und mehr als im Juni

Vergleicht man den zu Ende gehenden Monat mit dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 war er mit einer Abweichung von knapp +1,9 Grad deutlich zu warm. „Selbst die 30-Grad-Marke konnte noch geknackt werden, mit 30,4 Grad war es am 5. September in der Wiener Innenstadt am wärmsten“, erinnert sich Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Österreichischen Unwetterzentrale.

© Ubimet

An vielen Wetterstationen wurden häufiger Temperaturen von 25 Grad oder mehr verzeichnet als im Juni, so auch in Innsbruck: An der Universität wurden im September 14 Mal mehr als 25 Grad gemessen, im Juni war das nur elf Mal der Fall. Somit reiht sich der Monat in die Top 20 der wärmsten Septembermonate seit Messbeginn ein. Anfangs steuerte der September 2020 sogar auf eine Podiumsplatzierung hin, die massive Kaltfront gegen Ende verhinderte das jedoch.

Große Regenmengen, aber auch Sonne machte Überstunden

Hauptsächlich dieser Kaltfront ist auch zu verdanken, dass der Monat gleichzeitig etwa 30 Prozent zu nass abschließt – zu den wenigen Ausnahmen zählt hier Osttirol, wie Spatzierer erklärt: „Zu trockene Regionen gab es im zurückliegenden Monat nur sehr wenige, in Vorarlberg, Osttirol und Oberkärnten fehlen lokal rund 25 Prozent auf eine ausgeglichene Bilanz." Besonders viel Regen musste dagegen Kufstein einstecken – mit 217 Liter pro Quadratmeter der drittnasseste bewohnte Ort in Österreich.

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

© Ubimet

Auch in puncto Sonnenschein tanzt Osttirol aus der Reihe: Während die Sonne nahezu im ganzen Land Überstunden machte, wurde hier das Soll gerade so erreicht. So sommerlich viele Septembertage heuer waren, so winterlich überraschte das vergangene Wochenende: In den Alpen sank die Schneefallgrenze teils bis auf 500 Meter, in vielen Hochtälern bildete sich die erste weiße Decke des Herbsts. (TT.com)

🌡️ ZAMG-Werte für Tirol:

Niederschlagsabweichung: Nordtirol 21 Prozent, Osttirol -4 Prozent

Temperaturabweichung: +1.5 Grad

Abweichung der Sonnenscheindauer: 7 Prozent

Temperaturhöchstwert: Imst (773 m) 29.4 Grad (15.9.)

Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin): Brunnenkogel (3437 m) -13.2 Grad (27.9.)

Temperaturtiefstwert unter 1000 Meter: Hochfilzen (962 m) -0.2 Grad (27.9.)

Höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur: Innsbruck-Uni. (578 m) 16.2 Grad (Abw. +1.8 Grad)

Höchste Sonnenscheindauer: Innsbruck-Flugh. (578 m) 199 Stunden (Abw. +9 Prozent)


Kommentieren


Schlagworte