50 Euro bei falschen Angaben in Lokal: Deutschland verschärft Corona-Auflagen

Bei einem Video-Gipfel verständigten sich die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten darauf, die Zahl der Teilnehmer bei privaten Feiern zu begrenzen, wenn ein Grenzwert bei den Neuinfektionen überschritten ist.

Markus Söder, Angela Merkel und Peter Tschentscher vor der Pressekonferenz am Dienstag.
© AFP/Nietfeld

Berlin – Bund und Länder in Deutschland haben angesichts steigender Neuinfektionen die Auflagen in der Coronakrise verschärft. Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder verständigten sich bei einem Video-Gipfel am Dienstag darauf, die Zahl der Teilnehmer bei privaten Feiern zu begrenzen, wenn ein Grenzwert bei den Neuinfektionen überschritten ist. Zudem wird eine Geldstrafe von 50 Euro fällig, wenn jemand beim Besuch im Restaurant falsche persönliche Angaben macht.

📽️ Video | ORF-Korrespondentin Birgit Schwarz aus Berlin

"Wir haben viel gelernt und sind auch gut durch den Sommer gekommen", sagte Merkel. Nun stiegen die Zahlen der Neuinfektionen aber wieder an, was mit Blick auf Herbst und Winter beunruhigend sei. Oberstes Ziel der Bundesregierung ist es, die Wirtschaft am Laufen und Schulen und Kindergärten offenzuhalten, sagte die Kanzlerin.

Konkret verständigten sich Bund und Länder darauf, dass bei einem Wert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einem Landkreis über sieben Tage die Zahl der Teilnehmer einer privaten Feier im öffentlichen Raum auf 50 und zu Hause auf 25 begrenzt werden sollte. Steigt der Wert der Neuinfektionen auf über 50, sollte die Zahl der Feiernden auf maximal 25 im öffentlichen Raum und zehn zu Hause gesenkt werden.

Herbstferien im eigenen Land empfohlen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gab die Formel aus, je höher die Zahl der Neuinfektionen sei, desto mehr Maske, weniger Alkohol und weniger Feiernde. Söder warnte, in einigen Regionen Deutschlands könnte die Pandemie außer Kontrolle geraten. Deswegen seien solche konkreten Regeln jetzt wichtig. Zugleich verwies Söder auf die Nachbarländer Deutschlands, in denen die Pandemie bereits außer Kontrolle geraten sei. Dies gelte für Frankreich und Tschechien, aber auch in Österreich stiegen die Zahlen rasant an. Mit Blick auf die anstehenden Herbstferien appellierte er an die Bürger zu überlegen, ob eine Reise ins Ausland wirklich notwendig sei.

Auch Merkel empfiehlt den Bürgern Urlaub in Deutschland oder in europäischen Regionen mit geringen Corona-Infektionszahlen. Urlaubsreisen in Risikogebiete seien nicht angezeigt, sagte sie. Man könne auch gut in Deutschland Ferien machen. Zugleich wiederholte sie ihre Warnung, werde jetzt nicht gegengesteuert, würde Deutschland bei der bestehenden Dynamik bis Weihnachten jeden Tag mehr als 19.000 Neuinfektionen verbuchen. Bei den Hygienemaßnahmen betonte die Kanzlerin, neben Händewaschen und dem Tragen der Schutzmaske sei auch das Lüften in Herbst und Winter von großer Bedeutung.

Das Robert-Koch-Institut meldete für Dienstag 2089 Neuinfektionen in Deutschland in den vergangenen 24 Stunden. Die Zahl der Toten stieg demnach um elf auf nunmehr 9.471. Das Infektionsgeschehen in Deutschland ist allerdings regional sehr unterschiedlich, die meisten Fälle verbuchen weiterhin Nordrhein-Westfalen und Bayern. (APA/Reuters)


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