Trotz Corona-Auflagen regiert in Sölden die Zuversicht

Die Corona-Pandemie stellt auch die Sölden-Macher vor eine Riesen-Herausforderung. Das Konzept für die Rennen in knapp zwei Wochen steht. Mit vier Blasen soll die Sicherheit und die Gesundheit aller Beteiligten gewährleistet sein.

Vorjahressieger Alexis Pinturault und seine Konkurrenten können sich auf perfekte Rennbedingungen in Sölden freuen.
© JOE KLAMAR

Sölden – Zumindest eine Sorge ist Sölden los. Der aktuelle Wintereinbruch hat einen Schneezuwachs von bis zu einem halben Meter auch auf dem Gletscher gebracht, auf dem in knapp zwei Wochen mit den zwei üblichen Riesentorläufen der alpine Weltcupauftakt stattfindet. Diesem wird diesmal wegen der Corona-Pandemie besonders großes Augenmerk geschenkt. Sölden ist aber zuversichtlich, auch diese Riesen-Herausforderung gut zu stemmen.

Wie im Sommer die Formel 1 in Spielberg geht auch der Saisonstart des Alpinski-Weltcups in Österreich über die Bühne. Alle Augen sind deshalb auf den Ort im Tiroler Ötztal gerichtet. Denn das dort angewendete Präventions- bzw. Sicherheitskonzept könnte auch im Wintersport eine Art Blaupause für die folgenden Rennen sein. Zumindest aber eine gute Basis, an der man dann regionale Anpassungen vornehmen kann.

Der Neuschnee macht die Arbeit leichter

Zumindest die Schneesituation hat man trotz des lange warmen und trockenen Septembers in Sölden gut im Griff. "Wir hätten an sich genug Depotschnee aus dem Vorjahr gehabt, um die Rennpiste zu präparieren", erklärte Pistenchef Isidor Grüner. "Der Neuschnee erleichtert nun vieles aber deutlich."

Obwohl der üblicherweise rund um den Nationalfeiertag stattfindende Gletscher-Auftakt wegen Covid-19 um eine Woche auf 17./18. Oktober vorverlegt wurde, ist Grüner überzeugt: "Wenn wir's wirklich übers Knie brechen müssten, wären wir sogar noch ein Wochenende früher rennfertig." Im Startbereich seien bis zu 50 Zentimeter Neuschnee gefallen. Im Zielbereich bis zu 30.

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Bei Grüner laufen im Ausnahmejahr 2020 rund um den Weltcup-Auftakt aber auch die Covid-19-Fäden zusammen. Er habe schon seit dem Frühjahr mit den möglichen Folgen und Lösungen für das nächste Sölden-Rennen wegen der Virus-Pandemie beschäftigt, erklärte Grüner. "Ich habe im Lockdown viel nachgedacht, Skizzen angefertigt und Covid-19-Schulungen gemacht."

Aufbauend darauf sowie den Vorgaben und Ideen des Internationalen und Österreichischen Skiverbandes hat man das Sölden-Präventionskonzept entwickelt und bei den zuständigen Behörden begutachten lassen. Angesehen habe man sich auch das Formel-1-Sicherheitskonzept von Spielberg sowie jenes der deutschen Fußball-Bundesliga und der Schweizer Seilbahnen.

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Die Sicherheitsfirma Wagner ist in den Sölden-Auftakt ebenso stark involviert wie vom ÖSV das Eventmarketing-Team von Rupert Steger. Es gehe nun um den Feinschliff, so Grüner. Am kommenden Freitag findet die dritte Abstimmungs- und Koordinationssitzung mit allen organisatorisch Beteiligten, den Bereichsleitern, Blaulicht-Organisationen, den Regionalbehörden usw. in Sölden statt. Es dürfte die finale sein.

Vier Blasen: Teams, Staff, Medien und Spezielle Gäste

Das Sölden-Konzept sieht Rennen ohne Zuschauer vor. Dank der Vorverlegung kann der Rettenbach-Gletscher von Freitag bis Sonntag für den Tourismus gesperrt werden und bleibt dem Weltcup vorbehalten. Die an der Weltcup-Veranstaltung beteiligten Personen werden in vier "Blasen" unterteilt. Nämlich in "Teams" (Sportler und Betreuer), "Staff", "Medien" sowie etwa 200 "Spezielle Gäste". Ohne negativen PCR-Test kommt niemand in seine Sölden-Bubble.

"Ich bin sehr optimistisch, dass alles gut funktionieren wird", glaubt Grüner an eine funktionierende Umsetzung. "Dafür müssen freilich alle mitziehen. Es darf keine Ausnahmen für irgendjemand geben." Auch Grüner ist wegen des anhaltenden Anstiegs der Infektionsfälle und der sich ständig ändernden Situation aber bewusst: "Es sind alles nur Momentaufnahmen." (APA)


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