Föhnsturm in Orkanstärke am Kofel: Wochenende in Tirol unbeständig

Ein heftiger Föhnsturm zog am Freitag über Tirol hinweg, in der Nacht wurden am Patscherkofel Föhnstärken von bis zu 160 km/h gemessen. Am Samstag setzt sich von Westen her überall eine Kaltfront durch, am Sonntag muss sie aber schon wieder dem Föhn weichen.

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© Max Scherer

Innsbruck – Der Föhnsturm hat auf einigen Bergen wie erwartet Orkanstärke erreicht. An den ZAMG-Wetterstationen Patscherkofel (2251 m) und Rudolfshütte (Salzburg, 2317 m) wurden in der Nacht auf Samstag Windspitzen bis 160 km/h gemessen, berichtete die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. In tiefen Lagen wurden in Innsbruck, Bad Gastein und Abtenau Spitzen zwischen 90 und 100 km/h festgestellt, in der Stadt Salzburg, in Golling, Saalbach und Schröcken 70 bis 80 km/h.

Grund für das turbulente Wetter in Tirol ist ein kräftiges Tiefdruckgebiet namens Andrea mit Kern über den Britischen Inseln, bestätigt auch der Wetterdienst Ubimet. Andrea zieht weiter in Richtung Frankreich und beschert uns eine Südwestströmung.

Föhn in Orkanstärke: Böen bis 170 km/h am Patscherkofel

Am Freitag baut sich im Laufe des Tages lebhafter, föhniger Wind auf, zum Abend hin gewann er deutlich an Stärke: „In manchen Tallagen ist mit schweren Sturmböen um 90 km/h zu rechnen“, warnte Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Österreichischen Unwetterzentrale im Vorfeld. Im Gebirge, wie etwa auf Innsbrucks Hausberg, tobte der Föhn dann tatsächlich in Orkanstärke.

In Innsbruck und in vielen Tälern war der Wind am Freitag ebenfalls deutlich zu spüren.

© Ubimet

Anders starteten dagegen Süd- und Osttirol ins Wochenende: Hier dominierten am Freitag dichte Wolken und Regenschauer. Während im Raum Innsbruck bis zu 20 Grad gemessen wurden, waren es in Osttirol nur um die 15 Grad.

Kaltfront hält von Westen her im ganzen Land Einzug

Der Samstag startete zunächst ähnlich wie der Freitag zu Ende gegangen ist: föhnig in Nordtirol, trüb in Osttirol. Im Lauf des Tages zieht jedoch vom Westen her eine Kaltfront mit Regen im Gepäck nach Tirol. Zuerst trifft es dementsprechend das Oberland, verschont bleibt aber wohl niemand. Die Schneefallgrenze sinkt auf bis zu 2000 Meter. Am schwersten trifft es wieder die Süd- und Osttiroler: Hier fällt der Samstag laut Prugger richtig verregnet aus, auch Gewitter sind dabei.

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Zum Wochenausklang ergreift der Föhn dann wieder das Zepter in Nordtirol – wenn auch nicht so stürmisch wie zuvor. Es lockert ein wenig auf und bei einem Mix aus Sonne und Wolken sind bis zu 19 Grad drin. Das gleiche trübe Spiel geht dagegen im Osten und Süden weiter, wo es kühler und regnerisch bleibt.

Die neue Woche zeigt sich nach aktuellem Stand ebenfalls zunächst von ihren wechselhaften Seite. Der Föhn mischt noch mit, im ganzen Land sind aber auch Schauer möglich. Es kühlt ein wenig ab, über 15 Grad kommt das Thermometer kaum mehr hinaus. Dann könnte langsam wieder Beruhigung einkehren, aber „ein anhaltender Wetterumschwung ist nicht in Sicht", prognostiziert Prugger abschließend. (TT.com/kla)

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