Fast jeder zweite Tiroler war bereits in Rechtsstreit verwickelt

In Tirol und Vorarlberg wird einer Umfrage zufolge deutlich häufiger geklagt als im Österreich-Schnitt. Häufigster Streitanlass sind Verkehrsangelegenheiten, bei Familienzwistigkeiten ist man hingegen eher zögerlich.

Symbolbild.
© pixabay

Innsbruck, Wien – Vier von zehn Österreichern (37 Prozent) waren bereits in einen Rechtsstreit verwickelt, drei Viertel davon als Kläger. Mehr als die Hälfte empfand das Urteil als gerecht. Das ergab eine repräsentative Umfrage von Matzka Markt- und Meinungsforschung im Auftrag der Versicherung Helvetia. Am streitbarsten scheinen die Tiroler und Vorarlberger – hier gibt fast die Hälfte (47 Prozent) an, bereits Teil eines Rechtsstreits gewesen zu sein.

Während 40 Prozent der im ersten Quartal 2020 Befragten (525 Personen im Alter von 16 und 75 Jahren) auf ihr Recht bestehen und dieses bis zum Gerichtsurteil durchsetzen, wollen sich 60 Prozent lieber mit der Gegenpartei gütlich einigen. Je älter die Befragten, desto höher das Bedürfnis nach einer gütlichen Einigung. Laut Nachbefragung im Sommer glauben 42 Prozent an einen Anstieg der Rechtsstreitigkeiten durch den Corona-Ausbruch.

Häufigster Streitanlass sind Verkehrsangelegenheiten: Während sich ein Viertel der Österreicher (25 Prozent) bei Verkehrsunfällen und jeder Zehnte (elf Prozent) bei Problemen mit dem Arbeitgeber auf einen Rechtsstreit einlassen würde, wären sie bei Nachbarschafts- oder Familienangelegenheiten deutlich zögerlicher. 18 Prozent sagen aus, mit den Nachbarn sicherlich nicht streiten zu wollen, 17 Prozent nicht mit der Familie.

Zwei Drittel haben Rechtsschutzversicherung

Zwei Drittel der Befragten haben eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen, denn vor dem finanziellen Aufwand einer Klage fürchten sich 82 Prozent. Bei den Befürchtungen liegen hinter dem finanziellen Aspekt die zu erwartende psychische Belastung (69 Prozent) und die Angst, den Prozess zu verlieren (64 Prozent). An vierter Stelle reiht sich der Zeitaufwand ein, den sechs von zehn Befragten fürchten (62 Prozent).

Österreich ist übrigens pessimistisch, ob Corona längerfristig etwas zu einem rücksichtsvolleren Miteinander beitragen konnte: Während jeder Zweite hier keinerlei Veränderung vermutet, sind 28 Prozent eher pessimistisch ("eher zum Schlechteren"), nur 18 Prozent eher optimistisch ("eher zum Besseren"). (APA, TT.com)


Kommentieren


Schlagworte